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Ausgabe 02/2001
 
Das Online-Journal von Studien-Kontakt-Reisen.

Portrait: Fria Elfen

"zwischen fast nichts und nichts"

Fria Elfen - Portrait

Text: Eva Maltrovsky
aus Pannonia - Magazin für Internationale Zusammenarbeit
Gekürzt von: Thomas Müller / SKR

Lich, Reflexionen, das Farbenspiel des Lichts, Licht, das Schatten wirft - sind bestimmende, gestalterische Elemente in der Arbeit Fria Elfens.

Materialien, die dies unterstützen, sind: Plexiglas - das durchscheinend ist, transparent, Spiegel oder Spiegelfolie - die Formen reflektiert.

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Installation dunkel

Ein Kommentar unserer Leserin Frau Hella Holster aus Oldenburg:

"Fria Elfen, die als "Avantgarde-Künstlerin" bezeichnet wird und gerade jetzt dem Zeitgeist so zu entsprechen scheint, hat in ihrem Werk immer schon versucht, ihren Betrachtern ein besonderes Sehen nahezulegen. "Wie ist Ihr Sehen heute?" war der Titel eines frühen Werkes, das aus "Eyes wide shut" bestand, - und immer wieder geben die Installationen den Impuls zu einem neuen Blick auf Bekanntes. Es werden Räume inszeniert, die durch die transparenten und lichtdurchfluteten, leichten Objekte in Bewegung kommen; Materie tritt auf als "Flügel", diese werfen Schatten, und zwischen ihnen entsteht ein neuer Raum; Kreise an der Wand sind nicht nur Formen der Meditation, sondern sind selbst auch pulsierende Augen, die den Betrachter betrachten...

In der Begegnung mit dieser Künstlerin können die TeilnehmerInnnen der Kurse an sich selbst den Prozess zum neuen Sehen beobachten; die Gestaltung kommt dann dazu und ist in die individuelle Entscheidung der TeilnehmerInnen gestellt. Denn das ist das Beglückende: Fria Elfen zeigt die Welt, aber sie schreibt ihre Darstellung nicht vor. Und die Ergebnisse sind so zahlreich wie die Anwesenden."

Materialien & Umsetzung

der künstliche Baum

Fria Elfen setzt diese Materialien sehr subtil ein: die Lichtreflexionen an den Wänden oder innerhalb ihrer Werke sind beabsichtigt und keine Zufallsprodukte. Sie beobachtet während des Entstehungsprozesses ihrer Arbeiten sehr lange die Wirkung, die sich bei unterschiedlichen Bedingungen wie Tageslicht, Dämmerung, Vaarianten der künstlichen Beleuchtung ergeben.

An der Arbeit, die sich am Boden einen Weg in den Raum bahnt, ist zu verfolgen, wie wesentlich ihr auch Hintergründiges ist: Die Formen - sie entstanden durch Überschneidung von Buchstaben - auf der durchscheinenden Fläche sind weiß. Die Kontrastfarbe Schwarz, die Farbe der Rückseite der Formen, wird durch die Spiegelfolie reflektiert. Gleichzeitig verzerrt die kleingewellte Oberfläche des Spiegels diese Formen wie sich kräuselndes Wasser.

Jede kleine Einzelheit ist bedeutsam.

Fria Elfens Arbeiten

Haydn - Rauminstallation

entstehen durch wiederholtes Anschauen, Umstellen, Hinzufügen und Wegnehmen - ich würde es einen kontemplativen Entstehungsprozess nennen.

Das Kontemplative, die Langsamkeit und Ruhe, wird auch eine Möglichkeit für den Betrachter, die Betrachterin sein, sich einen Zugang zu schaffen - und steht in Kontrast zu den schnellen und lauten Sinnesreizen unserer technisierten Umwelt.

Ihre Bildwelten auf den Fotoelementen zeichnen sich aus durch Reduktion auf einen Gegenstand und durch Wiederholung innerhalb des Bildes: Die Baumkrone setzt sich aus Blättern zusammen, aus einem Gewölk aus Licht und Schatten.

Wichtig, bestimmend - ist auch das Einbeziehen von Buchstaben, Wörtern, Sätzen, Texten.

Wörter

zwischen nichts und fast nichts

besitzen nicht nur eine phonetische, also klangliche Ebene, sondern auch eine semantische, die Ebene der Bedeutung, und sie besitzen auch ein Erscheinungsbild, die visuelle Ebene. Es geht um das Graphem - um die visuell gestaltete Schrift, die aber auch die Semantik, die Bedeutung der Wörter, einbezieht.

Mit dem sprachlichen Inhalt ist es ähnlich wie mit Bildgegenständen: Sie tragen grundsätzliche Bedeutung, sie sind thematisch eingegrenzt, sie sind reduziert, es geht nicht um eine flirrende, überreizte Vielfalt, sondern um die Entfaltung des für das menschliche Leben Wesentliche.

Lauf des Lebens

geboren 1934 in Wien.
Akademie der bildenden Künste, Wien.
Lebt in Breitenbrunn.

Seit 1965 Einzel- und Gruppenausstellunge im In- und Ausland, Beteiligung an Kunstmessen und Symposien, Künstlerbücher und Buchobjekte, Buchgestaltungen und künstlerische Beiträge in Kunstzeitschriften, textile Objekte und Installationen, Mail Art, Arbeiten für Kunst im öffentlichen Raum und soziokulturelle Arbeiten:

("über die Hecke schauen", Neudau 1989), Auftragsarbeit im Kulturzentrum Oberschützen (1982), Preise und Stipendien, Teilnahme an Ausstellungen, Aktionen und Gemeinschaftsarbeiten der IntAkt, Wien, der Gruppe 77, Graz , und des Kunstvereins Südost, Wr. Neustadt / St. Pölten.

Seit Anfang der 70er Jahre Auseinandersetzung mit Spachre und Schriftzeichen, Ausstellungen im Bereich konkreter Kunst und visueller Poesie seit 1975.
Raum- und Lichtinstallationen mit Plexi, Licht und Schatten und Spiegeln:

"der künstliche Baum", Gestaltung des barocken Stiegenaufgangs, Galerie bei den Minoriten, Graz 1985, "Geistes Gegenwart", Museum Bochum 1991, "Erd Atem", Installation des Künstlerhauses Graz, "Erd Flügel", IntAkt Loft 1993, "zwischen fast nichts und nichts", Diözesanmuseum Eisenstadt 1996, "Lichtwege", Offenes Haus Oberwart 2000.

Burgenländischer Landeskulturpreis für Bildende Künste 1998.

Autor:
Presse
vom 06.04.2001