Lesbos

SKR Reisemagazin: Lesbos

Ein Interview mit Karin Knörnschild


Reiseleiterin, Lesbos
Strandabschnitt, Lesbos

An Schönheit und Ursprünglichkeit hat Lesbos nichts eingebüßt. Daher steht das Klösterchen, unser kleines Juwel in den Felsen von Eftalou, dieses Jahr wieder für unsere Gäste bereit.

SKR: Frau Knörnschild, Sie reisen seit Jahren nach Lesbos und ermöglichen unseren Gästen als Reiseleiterin dort Entspannung und Erholung im Klösterchen. Wie haben Sie die Lage bei ihrer Ankunft auf der Insel in diesem Jahrwahrgenommen? Wie stellt sich die Situation heute dar?
Karin Knörnschild:  Nachdem im letzten Sommer tausende Flüchtlinge per Boot aus der Türkei – hauptsächlich auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien – auf der Insel ankamen, und auch im Winter die Hilfsorganisationen sowie viele private Helfer die Arbeit mit Flüchtlingen weiterführten, veränderte sich die Situation durch das Abkommen der EU mit der Türkei.

Als ich Anfang Mai auf die Insel kam, war ich sehr überrascht davon, alles wieder so vorzufinden wie ich es seit Jahren kenne. Die Strände sind sauber und aufgeräumt. Es kamen viele Taucher, die ihre Hilfe anboten. Sie säuberten auch den Meeresgrund der Küste. Die tapferen Leute haben angepackt, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Es gibt hier im Norden seit Februar keine Flüchtlinge mehr. Im Winter wurde zwischen Eftalou und Skala Sikamnias eine gut ausgestattete Empfangsstation errichtet, die nun auch leer ist und nicht mehr gebraucht wird.

Heute gibt es nur noch den Hotspot in Moria bei Mytilene, von dem viel berichtet wird. Diese Berichte hinterlassen den Eindruck, als ob es sich um eine Situation auf der ganzen Insel handelt. Das ist nicht der Fall. Wenn vereinzelt noch Flüchtlinge – mehr hin zur Hauptstadt – ankommen, werden sie direkt nach Moria gebracht.

Hafen, Lesbos

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SKR: In dieser nicht leichten Situation helfen die Bewohner von Lesbos tatkräftig mit. Was bedeutet das für diese Menschen?
Karin Knörnschild: Die Bevölkerung von Molyvos, Skala Sikamnias und den umliegenden Dörfern hat viel geleistet für die Flüchtlinge – auch jetzt, um die Strände zu säubern und aufzuräumen. Sie haben trotz eigener Krise viel dazu beigetragen, dass die Gäste die Insel wieder genießen können. In einer Petition, mit bis jetzt 800.000 Unterschriften, werden die Bewohner Lesbos' nun sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Wir wissen noch nicht, wie das Komitee entscheiden wird, aber sie haben es verdient.

Viele Einwohner des heutigen Lesbos sind Nachkommen der Griechen, die im Jahr 1922 aus der jetzigen Türkei über das Meer als Flüchtlinge ihre Heimat verlassen mussten. Auf Lesbos erzählen der Rembetiko und die Tänze der Griechen vom Leben dieser Menschen, deren Verlust, Schmerz und Erlebnissen im Exil. In den Tavernen der Insel wird zu dieser Musik getanzt und dadurch an die Heimat erinnert.

Die Gegend und die Bevölkerung von Molyvos, Eftalou und Petra leben vom Fremdenverkehr – wir dürfen sie jetzt nicht im Stich lassen! Alles ist wieder ruhig hier – aber so ruhig, dass die Menschen um ihre Existenzgrundlage fürchten müssen

SKR: Durch die Unterstützung der Inselbewohner sowie der Arbeit mehrerer Hilfsorganisationen hat sich die Lage auf Lesbos sehr verändert. Wie wirkt sich das auf Reisen auf die drittgrößte Insel Griechenlands aus?
Karin Knörnschild: Lesbos ist bekannter geworden als es das jemals war. Bisher war die Insel wohl eher ein Geheimtipp. SKR Reisen hat Eftalou nun schon seit über 20 Jahren im Programm und bietet seinen Gästen hier eine Möglichkeit zur Erholung. Lesbos war immer die Insel der Griechen, hier haben sie gerne ihren Urlaub verlebt und so ist die Insel sehr ursprünglich geblieben. Von dieser Schönheit und Ursprünglichkeit hat Lesbos nichts eingebüßt. Daher steht das Klösterchen, unser kleines Juwel in den Felsen von Eftalou, dieses Jahr wieder für unsere Gäste bereit. Es ist ein Kraftplatz, der allein aus sich heraus ein beruhigende und erholsame Atmosphäre schafft.

– Ein Interview mit SKR-Reiseleiterin Karin Knörnschild auf Lesbos


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