Italien: Amalfiküste

SKR Reisemagazin: Amalfiküste

Wandern an der Amalfiküste


Der unvergessliche Reiz dieser Landschaft....

Sorrent

Die Halbinsel von Sorrent ist eine Landzunge südlich Neapels, die in das Tyrrhenische Meer hinausragt und den Golf von Neapel von dem von Salerno trennt. Sie wird von dem (bis zu 1445 m hohen) Gebirgskamm der Monti Lattari beherrscht. An ihrer Südseite, der Heimat der Sirenen, liegt einer der meist besungensten und suggestivsten Küstenabschnitte Italiens: die Amalfitana, auch „Costiera Divina“ (die „Göttliche Küste“) genannt, eine sublime, von Menschenhand gestaltete Naturschönheit, eine Symphonie aus Farben und Formen, ein großartiger Dialog „tra mare e monti“ – das faszinierende Ineinander von Wasser, Licht, Fels, „hängenden Gärten“ und kleinen, amphitheatralisch angelegten Siedlungen mit beeindruckender Architektur und bewegter Vergangenheit.

Man hat versucht, den Zauber dieser Küste mit mysteriösen Strömungen zu erklären, die zwischen Berg und Meer fließen und die jene Anziehungskraft bewirken, die den Reisenden nicht mehr loslässt, ja ihn „süchtig“ machen kann. Aber der wahre Grund der nie nachlassenden Attraktion liegt im unvergleichlichen Reiz der Landschaft. Die gewaltigen Formationen der Berge im Hintergrund zeigen bei jeder Beleuchtung andere Schluchten, Schroffen und Zacken und zu ihren Füßen breitet sich die weite, bei „Götterwetter“ in den verschiedensten Farb-Schattierungen funkelnde Fläche des Meeres endlos bis zum Horizont. Kühn konstruierte Bauten im moresken Stil schmiegen sich an die zerklüftete Hänge: ein sich tief in die Seele eingrabendes Bild!

Noch gibt es weit oberhalb der kurvenreichen - die berühmten Badeorte (Amalfi, Positano und Maiori) verbindenden - Küstenstraße stille Logenplätze. Diese sind nach wie vor nur zu Fuß zu erreichen und zwar über alte Maultierpfade und Treppenwege. Eine solche langsame und sanfte Eroberung des vom Mythos durchdrungenen Terrains ist freilich auch die einzig angemessene, weil sich dies magisch geordnete - im Westen durch die Insel Capri abgeschlossene - Ensemble, diese erregende Mischung aus grünem Weinlaub, Dolomitgestein, glänzenden Majolika-Kuppeln, bizarren Grotten und Naturbögen, Terrassen, weiß hingetupften Kubenhäusern und flirrendem Meer (die leider allein aus Gründen der mit diesem „Etikett“ noch einfacheren Vermarktung 1997 zum Weltkulturerbe erklärt worden ist), nur dem erschließt der sich Zeit nimmt und verweilen kann.

Unterwegs fernab der touristischen Heerstraßen

Lauf- und entdeckungsfreudige Menschen, die sich gerne fernab der „touristischen Heerstraßen“ bewegen, das unterstreicht „Lupo“, unser aus Bonn stammender Reiseleiter und Wanderführer (der sich bereits als Jugendlicher mit den verborgenen Schönheiten, der noch weitgehend unbekannten Seite („l`altra faccia“) dieser einzigartigen, aber gefährdeten Kulturlandschaft vertraut gemacht hat), dürften hier gewiss auf ihre Kosten kommen, denn sie werden für ihren Schweiß (es handelt sich schließlich um eine Steilküste !) mit atemberaubenden Ausblicken, euphorischen Gefühlen und mediterranen Sinnenfreuden belohnt. Das klingt überschwänglich, doch abgesehen von den ästhetischen Sensationen der Penisola, deren Kontraste unwiderstehlich harmonieren, gibt es da vor allem die betörende Campagna-Düfte (den intensiven Geruch von Lavendel, Lorbeer Ginster, Myrthe, Weintrauben, Oliven, Feigen, Orangen, Zitronen) und eine gesunde, reine Luft. Beim „Trekking“ (ein Wort das unser guida gar nicht gerne hört) in der abwechslungsreichen und oft wild-romantischen Gegend, beim erwartungsfrohen Erklimmen der „tausendundeins“ Stufen ins (arkadisch-bukolische) Paradies, kann man nicht zuletzt auch wohltuende „lllusionen tanken“ und sich „den Staub des Alltags von der Seele waschen“. Bei aller physischer Anstrengung – Lupo, der „amalfitanische Wolf“, der sich wie kein anderer in seinem Revier auskennt, geht nämlich seine eigenen Wege, meidet also die ausgetrampelten Pfade, auf denen nahezu alle Wanderer (z.B. die meist überdimensionierten Wikinger- und Studiosus-Gruppen) dahertrotten – ist daher schon ob der positiven seelischen Wirkungen der Costiera der Erholungswert eines solchen Aktiv-Urlaubs nicht gering zu veranschlagen („è la cultura di muoversi in ambienti salubri per un pieno di benessere“).

Und warum, ja warum sollte nicht auch ein wenig Stolz die Brust durchwehen, wenn man nach einer durchaus anstrengenden, aber „zum Schnurren schönen“ Exkursion, einem „percorso di montagna“, ungeniert den kulinarische Genüssen dieser reich gesegneten Riviera frönen darf, denn: „Die oberen Etagen der Amalfitana sind nichts für schwache Geister und Herzen, sondern nur für starke, d.h. solche, die die Himmelsleitern nehmen und il Paradiso terrestre / das Paradies auf Erden ertragen können“ !

Wer die zum Glück verborgenen, aber durchaus charakteristischen Seiten dieser zum Klischee gewordenen „Traumlandschaft“ entdecken will, der kann Lupo, dem das renommierte Centro di Cultura e Storia in Amalfi die besten Photos seiner vorzüglichen Winter-Ausstellung „Paesaggi dell` anima tra cattedrali di roccia“ (Seelenlandschaften zwischen Felsendomen) verdankt, dorthin begleiten, wo man noch nicht „zu Tode reproduzierte“ Motive findet und bisweilen wirklich den Eindruck hat, sich inmitten eines Aquarells aufzuhalten („di vivere dentro a un acquerello“)!

Autor:
Wolfgang Wiezorek
vom 29.04.2005


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