Reiseleiterinterview Südafrika
Interview mit SKR-Reiseleiter Peter
Wer Südafrika bereist, entdeckt eine beeindruckende Vielfalt aus Natur, Tierwelt, Kultur und Geschichte. Besonders intensiv wird das Reiseerlebnis mit einem Reiseleiter, der das Land nicht nur kennt, sondern auch persönlich mit ihm verbunden ist. Auf meiner Reise entlang der Garden Route durfte ich unseren SKR Reiseleiter Peter kennenlernen. Im Interview spricht er über seine Lieblingsorte, überraschende Tierbeobachtungen, kulinarische Besonderheiten und darüber, was Südafrika für ihn so einzigartig macht.
Über SKR-Reiseleiter Peter
Peter Wissdorf hat eine besondere Geschichte: Er wurde in Südafrika geboren, nachdem seine deutschen Eltern dorthin ausgewandert waren. Als seine Großeltern in Deutschland erkrankten, kehrte die Familie zurück und Peter wuchs dort auf. In seinen Zwanzigern entschied er sich jedoch, wieder nach Südafrika zu gehen. Seit 1996 lebt er mit seiner Frau in Kapstadt. Mit insgesamt rund 40 Jahren Lebenserfahrung in Südafrika kennt er das Land in all seinen Facetten und versteht gleichzeitig die deutsche Kultur sehr gut. Diese Kombination macht ihn zu einem idealen Reiseleiter für unsere deutschen Gäste. Nach vielen Jahren im Management bei Sony hat er sich bewusst für einen neuen Lebensabschnitt entschieden. Heute möchte er seine Begeisterung für die südafrikanische Natur, Kultur und Tierwelt mit anderen teilen. Dabei spürt man sofort, wie sehr ihm diese Aufgabe am Herzen liegt. Seine Leidenschaft wirkt ansteckend und sorgt für eine besonders angenehme Atmosphäre in der Reisegruppe. Das bestätigt auch Anneke von der Sandriver Lodge, die mir erzählte, dass sie es immer genießt, Peter und seine Gäste willkommen zu heißen, weil die Gruppen stets entspannt und zufrieden sind. Daran zeigt sich, welchen Einfluss ein engagierter Reiseleiter auf das Reiseerlebnis haben kann. Besonders beeindruckt hat mich seine Flexibilität: Als unsere Waltour in Plettenberg Bay aufgrund schlechten Wetters ausfallen musste, organisierte er kurzerhand eine Alternative wenige Tage später. So kamen schließlich doch alle in den Genuss dieses besonderen Erlebnisses und die Freude in der Gruppe war groß.
Welche weniger touristischen Orte an der Garden Route gefallen dir besonders gut?
Wow, das ist eine sehr schwere Frage! Alles ist so unterschiedlich, dass es eigentlich keinen echten Lieblingsort gibt. Jeder Ort hat etwas Besonderes und sollte für sich betrachtet werden. Kapstadt und Stellenbosch lassen sich zum Beispiel kaum miteinander vergleichen. Stellenbosch ist wunderschön und hat einen ganz eigenen Vibe. Dort kann man stundenlang durch die Straßen mit den beeindruckenden Eichenbäumen schlendern. Kapstadt wiederum hat ebenfalls unglaublich viel zu bieten. Ein Spaziergang durch das Bo-Kaap mit seinen bunten Häusern ist ein völlig anderes Erlebnis und zeigt eine ganz andere Seite Südafrikas. Die Farm, auf der wir übernachten, ist einmalig wegen ihrer Weite, der Tiere und der besonderen Stille. Das ist wiederum etwas völlig anderes als St. Francis Bay. Dort ist es herrlich, den Surfern zuzusehen, wie sie auf den Wellen reiten, und die entspannte Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Genau das macht die Garden Route für mich so besonders: Man erlebt unglaublich viele verschiedene Facetten, und jede hat ihren ganz eigenen Reiz.
Wir führen dieses Interview in St. Francis Bay. Ist das für dich der schönste Strand an der Garden Route?
St. Francis Bay ist auf jeden Fall ein wunderschöner Ort, aber entlang der Garden Route und rund um Kapstadt gibt es viele weitere beeindruckende Strände. Auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung liegt zum Beispiel der Noordhoek Beach, ein kilometerlanger Sandstrand mit einer ganz besonderen Weite und Ruhe. Bei unserem Besuch waren dort nur ein paar Reiter am Strand.
Was gefällt dir an unserer Reise „Höhepunkte an der Garden Route“ besonders gut?
Ich finde, die Südafrika Rundreise ist sehr gut ausgearbeitet, weil sie die vielen Facetten Südafrikas zeigt. Viele Gäste kommen mit bestimmten Vorstellungen nach Afrika. Sie denken an Townships, Armut und soziale Gegensätze. Das gehört natürlich zur Realität und lässt sich nicht bestreiten. Aber Südafrika ist so viel mehr als das. Auf dieser Reise erleben unsere Gäste die Vielfalt des Landes hautnah. Sie entdecken beeindruckende Natur, spannende Kultur, lebendige Städte, idyllische Küstenorte und ganz unterschiedliche Lebensweisen. Genau diese Gegensätze und Unterschiede machen Südafrika für mich so spannend.
Was ich dabei besonders wichtig finde: Man sollte dem Land offen begegnen und bereit sein, sich auf andere Perspektiven einzulassen. Nicht alles funktioniert so wie in Europa, und nicht jede westliche Sichtweise ist automatisch die richtige. Südafrika zeigt, wie vielfältig die Welt sein kann. Diese Offenheit und das Verständnis für andere Sichtweisen sind für viele Gäste eine wertvolle Erfahrung, die sie von dieser Reise mit nach Hause nehmen.
Hast du noch kulinarische Tipps? Was sollte man in Südafrika unbedingt probieren?
Auf der Reise kann man zum Beispiel Samosas probieren, die typischen dreieckigen Teigtaschen. Ein weiteres traditionelles Gericht ist Bobotie, ein Auflauf aus Rinderhackfleisch. Auch Potjie sollte man einmal kosten. Das ist ein Eintopf aus dem gusseisernen Topf, der häufig mit Ochsenschwanz zubereitet wird.
Das Besondere ist dabei aber eigentlich das Drumherum. Viele dieser Gerichte werden über Stunden hinweg gemeinsam zubereitet. Man sitzt zusammen, kocht, unterhält sich und verbringt Zeit miteinander. Es geht nicht nur um das Essen selbst, sondern vor allem um die Gemeinschaft. Genau dieses Miteinander gehört in Südafrika oft genauso zum Genuss dazu wie die Gerichte auf dem Teller.
Wo kann man auf dieser Reise einen besonders schönen Sonnenaufgang erleben?
Für beeindruckende Sonnenaufgänge gibt es auf dieser Reise gleich mehrere Möglichkeiten. Rund um unsere Unterkunft in der Nähe des Addo-Elefanten-Nationalparks lassen sich die ersten Sonnenstrahlen inmitten der Natur besonders schön genießen.
Ein weiteres Highlight ist der Aufenthalt in der Sand River Lodge in St. Francis Bay. Dort lädt der Besitzer Mark regelmäßig zu einem gemeinsamen Morning Swim am Strand ein. Früh am Morgen den Sonnenaufgang über dem Meer zu erleben und anschließend ins Wasser zu gehen, ist für viele Gäste ein ganz besonderer Moment der Reise.
Gibt es auf der Garden Route besondere Tiere, die man eher nicht erwartet?
Ja, durchaus. Ein schönes Beispiel ist die Farm von Nils, die Skeiding Guest Farm. Dort unternehmen wir morgens eine Rundfahrt über das Gelände und sehen unter anderem Strauße, Schweine, Rinder, Springböcke und sogar Zebras. Das Besondere ist, dass alles sehr authentisch wirkt und noch nicht vom Massentourismus geprägt ist. Abends wird gemeinsam gegrillt, morgens wird das Straußenei für das Frühstück geholt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in das Leben auf einer südafrikanischen Farm.
Ein weiteres Highlight ist die Pinguinkolonie am Boulders Beach. Pinguine verbindet man eher mit kälteren Regionen, deshalb überrascht es viele Gäste, sie hier an der Küste Südafrikas zu sehen.
Mit etwas Glück entdeckt man außerdem Tiere, die viele gar nicht auf dem Schirm haben. Dazu gehört zum Beispiel der Sekretärvogel mit seinen langen Beinen und der markanten Federhaube, den ich schon mehrfach am Western Cape gesehen habe. Im Addo-Gebiet habe ich sogar einmal einen etwa zwei Meter langen Leguan entdeckt. Das war schon etwas ganz Besonderes.
Hat Sie die Reiselust gepackt? Dann entdecken Sie auf unserer Website unsere Südafrika Reisen. Einige davon werden auch von Peter als Reiseleiter begleitet.