Wissenswertes über die Costa Vicentina

Carpobrotus edulis
Carpobrotus edulis

Die Costa Vicentina ist Teil des Nationalparks Sudoeste Alentejano. Sie nimmt 80 Kilometer der südwestlichen Atlantikküste Portugals ein. Der Park, der 1988 eingerichtet wurde, umfasst eine Fläche von 75000 Hektar und befindet sich westlich von Lagos und schließt die Costa Vicentina ein. Das Mittelmeerklima, gepaart mit dem Wind aus nördlicher Richtung, sorgt für eine einzigartige Vegetation. Hier gibt es Pflanzen, wie die Brillenschötchen oder besondere Wegericharten. Die Zistrose ist eine endemische, somit nur im Mittelmeerraum beheimatete, Pflanze. Diese buschigen Sträucher duften wunderbar und schmücken die Landschaft. Neben der Flora fühlt sich auch eine Menge an Tieren an der Costa Vicentina wohl. Nirgends in Europa finden sich Fischotter in natürlicher Umgebung oder Störche, die in Klippen ihre Nester bauen. Nur hier im Nationalpark ist diese unberührte Natur zu bestaunen.

Die Costa Vicentina und ihre Strände

Durch schroffe Schieferfelsen und Kalksteinformationen gezeichnet, liegen traumhafte Sandstrände an der Costa Vicentina. Die goldig, sandigen Abschnitte sind umrahmt von imposant aufsteigenden Felsformationen. An dem ein oder anderen Strand der Costa Vicentina befindet sich eine kleine Cocktailbar, die zum Verweilen einlädt. Viele Strände bieten erholsame Ruhe zum Entspannen, verbunden mit einer atemberaubenden Sicht über die Costa Vicentina und ihre einmalige Natur. Praia do Vale dos Homens, Praia Carriagem und Praia Amoreira sind einige davon. Praia Amoreira ist besonders schön, weil man an ihm die Flussmündung des Aljezur findet. Von der Mündung schweift der Blick auf den offenen Ozean. Die Sonnenuntergänge oder die Morgensonne sind hier fantastisch zum Träumen.

Wandern an der Costa Vicentina

Küste des Aljentejo
Küste des Aljentejo

Da die Region um die Costa Vicentina auf nachhaltigen Tourismus wert legt, wurden mit der Rota Vicentina, 450 Kilometer Wanderwege angelegt. Aufgeteilt in mehrere Abschnitte, kann man auf acht Routen einen halben Tag ausgiebig wandern oder auf kürzeren Wegen leichte Spaziergänge entlang der schroffen Felsen oder durch die ländliche Natur unternehmen. Die Wandertouren sind im Februar 2016 mit dem europäischen Qualitätsprädikat "Leading Quality Trails - Best of Europe" gekrönt worden. Die beiden nennenswertesten Wege sind der Caminho Histórico und der Fischerpfad. Beide verfügen über mehrere Etappen. Der Fischerpfad verläuft 75 Kilometer entlang der zerklüfteten Costa Vicentina und bietet einen brillanten Blick über die südwestliche Küste Portugals. Der Caminho Histórico führt etwas abseits der Costa Vicentina durch ländliches Gebiet. Er durchquert auf seiner Strecke idyllische, historische Dörfer. Korkeichenhaine, Flüsse und Bäche gehören ebenso zu seinem Repertoire. Er kann zu Fuß oder per Fahrrad erkundet werden und bietet 230 Kilometer Strecke durch die unverwechselbare Vegetation Portugals. In zwölf kleinere Etappen aufgeteilt, lässt es sich für Ungeübte ebenfalls wunderbar umherstreifen und genießen, wie für Langläufer.

Felsformationen im Süden Portugals

Die Ponta da Piedade ist eine Landzunge, die von Wasser und Stürmen geformt wurde. Sie befindet sich unweit der Costa Vicentina, südwestlich von Lagos. Dieser Küstenabschnitt zeichnet sich durch viele Grotten, Tore und Felsbrocken aus, die in den Atlantik hineinragen oder förmlich aus ihm herauswachsen. Auf den Klippen steht ein Leuchtturm, an den ein Parkplatz angrenzt. Von hier aus bietet sich ein Blick über diese zerklüftete, schroffe Felslandschaft. Über eine Treppe steigt man hinab in dieses Kalklabyrinth aus Grotten und Höhlen. Sie endet an einem kleinen Sandstrand, der sich mitten in den Felsen befindet. Nahe der Ponta da Piedale befindet sich das ehemalige, idyllische Fischerdörfchen Carvoeiro. Es besticht durch seine wunderschöne Architektur, denn die Gebäude sind alle in dem alten Stil des historischen Stadtkerns erbaut. 1544 wurde es erstmals erwähnt und damals noch von Piraten genutzt. Erst in den frühen zwanziger Jahren wurde es zu einem malerischen Feriendörfchen, welches ebenso gut von der Costa Vicentina erreichbar ist.

Geschichtliches Nahe der Costa Vicentina

Blick auf den Amando Strand
Blick auf den Amando Strand

Historisch Interessierte kommen an der Costa Vicentina ebenfalls auf ihre Kosten. Gleich zwei große Städte in der Nähe können mit einer langen und ereignisreichen Vorgeschichte aufwarten. Faro ist eine von ihnen und ist von der Costa Vicentina in östlicher Richtung zu finden. Hier gibt es zwei Universitäten, einen internationalen Flughafen, sowie einen Hafen in der Lagune der Stadt. Bereits im 1. Jahrhundert vor Christus wurde die Ortschaft von Strabon und ein Jahrhundert nach Christus von Plinius als Oppidum erwähnt. Oppida sind befestigte römische Siedlungen ohne Stadtrecht. Im Jahr 418 wurde die Stadt von den Westgoten eingenommen. 200 Jahre später gehörte dieser Ort zur römischen Provinz Spania. 713 war die Stadt abermals umkämpft und wurde von den Mauren erobert. Die Kreuzritter plünderten 1217 die Stadt. Sie nahmen Faro 32 Jahre später unter König Alfonso III. komplett ein. Seit 1540 ist der Ort in Besitz des Stadtrechtes, weshalb 37 Jahre nach Erlangen der Bestimmung, der Bischofssitz von Silves nach Faro verlegt wurde. Im Rahmen eines Feldzuges des Earls of Essex wurde die Stadt ein weiteres Mal gebrandschatzt. 1756 zerstörte ein großes Erdbeben die Gegend. In Folge dessen wurde Faro zum Hauptort der Algarve gemacht, denn der Ort hatte weniger Schaden genommen, als Lagos, welcher vorher der Regierungssitz der Region war.

Tavira, eine Stadt aus der Antike

Die Costa Vicentina besticht durch üppige Vegetation, schroffe Felsen und historischen Charme. Nicht allein das Wandern in Wäldern, Hainen und an Stränden bietet tolle Ausflugsmöglichkeiten. Ebenso interessant sind die Städte in der Nähe der Costa Vicentina. Tavira ist fast atemberaubender als Faro, da sie über ein Castelo verfügt, was als Ruine zugänglich ist und einen fantastischen Blick über die Stadt bietet. Die Festung ist ebenfalls dem Erdbeben 1756 zum Opfer gefallen. Im zwei Kilometer entfernten Dorf Santa Luzia fand man die Überreste eines römischen Friedhofs, auf dem eine antike, griechische Inschrift entdeckt wurde. Diese gab den Hinweis darauf, dass Phönizier und Karthager bereits 400 Jahre vor Christus hier siedelten. Tavira wurde 711 von dem Mauren erobert und gehörte ab 756 dem Kalifat Córdoba an. Im zwölften Jahrhundert rissen sich die Marokkaner um die Stadt und eroberten sie. Seit 1520 verfügt sie über das Stadtrecht. Im Jahr 1645 fiel ein Teil der Bevölkerung der Pest zum Opfer. Tavira war einst der wichtigste Hafen der Region.

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