Mykene – eine der bedeutendsten Städte Griechenlands

Mykene war seit der Bronzezeit bis etwa 1200 Jahre vor Christus eine der bedeutendsten Städte Griechenlands. Noch heute ist an der Ruinenstätte 25 Kilometer südlich von Korinth Geschichte lebendig wie nur an wenigen Orten der Welt. Eine ganze Kulturepoche wurde nach der antiken Stadt benannt, deren archaische Gründung um 1900 vor Christus erfolgte. Unter kulturellem Einfluss des minoischen Kreta erlangte Mykene schnell Vorrangstellung in der Peleponnes und kontrollierte den gesamten Handel zwischen dem Isthmus von Korinth der südlichen Peleponnes. Zahlreiche Mythen ranken sich um die antike Stadt mit ihrem weltberühmten Löwentor. Im Jahr 1999 wurde Mykene gemeinsam mit der unweit gelegenen antiken Stadt Tiryns zum Weltkulturerbe erklärt.

Die bewegte Geschichte Mykenes

Die ältesten Funde von Mykene datieren in die Jungsteinzeit um 3500 vor Christus. Bereits für das letzte Drittel des vierten vorchristlichen Jahrtausends konnten Kontakte zwischen Mykene und den Kykladen nachgewiesen werden. Der deutsche Pionier der Archäologie, Heinrich Schliemann, legte im 19. Jahrhundert gewaltige kyklopische Stadtmauern frei. Innerhalb der Mauer wurden Schachtgräber mit reichen Grabbeigaben aus Gold gefunden, die auf die außergewöhnliche Position der Toten verwiesen. Auf dem Gelände innerhalb der Mauer wurden teilweise schon vor Schliemanns Grabungen die Reste von frühen Siedlungen, ein Zwinger, ein Palast sowie das Löwentor freigelegt. Doch die antike Stadt erstreckte sich über die Mauern hinaus. Außerhalb der Mauern befanden sich ebenfalls Siedlungen, mehrere Nekropolen und das sogenannte Schatzhaus des Atreus. Monumentale Kuppelgräber und Schachtgräber aus mittel- späthelladischer Zeit beherbergten wertvolle Waffen und Schmuck, die bekannte Goldmaske des Agamemnon und die Gebeine ganzer Familien, die wahrscheinlich bei kriegerischen Auseinandersetzungen ums Leben kamen. All diese und viele weitere Funde deuten auf die bewegte Geschichte Mykenes hin. Etwa 1200 vor Christus begann der Niedergang Mykenes. Bei der Schlacht von Plataiai 468 vor Christus wurde der vorläufige Untergang besiegelt. Im Hellenismus wurde Mykene neu besiedelt und neue Bauwerke entstanden.

  • Das Löwentor
    Das Löwentor
  • Ruinen von Mykene
    Ruinen von Mykene

Zur Mythologie der antiken Stadt

Die Gründung der antiken Stadt ist mit vielen Mythen verknüpft. Ihren Namen erhielt die Stadt Mykene wahrscheinlich nach der gleichnamigen Nymphe und Tochter des Flussgottes Inachos. Ein weiterer Mythos schreibt die Gründung dem berühmten Heros Perseus zu, der auch die Medusa getötet haben soll. Perseus soll sich während einer Wanderung dort erfrischt haben, wo später Mykene entstand. Er trank Wasser, das er vorher im Hut eines Pilzes gesammelt hatte. Der Name der Stadt würde dann ethymologisch mit Mykes, dem griechischen Namen für Pilz, zusammenhängen. Neben Perseus tauchen in der komplexen und teilweise durchaus widersprüchlichen griechischen Mythologie weitere mythische Könige der Stadt auf. Dazu zählen Amphitrion, Eurystheus, Agamemnon und Orestes. Aufgrund der zahlreichen Gründungs- und Stadtmythen hatte sich in Mykene ein umfangreicher Götterkult entwickelt, der sich nicht zuletzt in den aufwendigen Bauwerken niederschlug. Auch Heinrich Schliemann war in der griechischen Mythologie bewandert und hatte Homer gelesen. Diese Kenntnis schlug sich dann auch in der Deutung und Benennung seiner Funde nieder, die heute sachlich als falsch gelten. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Maske des Agamemnon.

  • Blick auf archäologische Stätte Mykenes & Tiryns'
    Blick auf archäologische Stätte Mykenes & Tiryns'
  • Schatzhaus des Atreus
    Schatzhaus des Atreus

Die Sehenswürdigkeiten in Mykene

Mykene ist eine einzigartige Ansammlung von Sehenswürdigkeiten. Beim Anblick der mehrere tausend Jahre alten Relikte stockt einem der Atem und man fühlt sich in uralte Zeiten zurückversetzt. Eingebettet in die schöne Landschaft Griechenlands schreitet man über Plätze, auf denen schon in Urzeiten Leben herrschte. In den Ruinen der mykenischen Oberstadt sehen Sie die Reste der Ringmauer in kyklopischer Bauweise mit dem faszinierenden Löwentor. Das Tor bildete vermutlich den Haupteingang zur ehemaligen Burg. Es wurde um 1250 vor Christus errichtet. Seinen Namen erhielt das Bauwerk von den zwei Löwen, die das Tor bekrönen. Die Reste eines weiteren Tors befinden sich im Norden der antiken Stätte. Die Mauer selbst entstand in mehreren Bauphasen ab dem 14. vorchristlichen Jahrhundert. Von der sogenannten Burg des Agamemnon selbst, zu deren Thronraum eine Rampe führte, ist nur wenig übriggeblieben. Sie finden geheimnisvolle Eingänge zu alten Zisternen und Lagerräumen. Außerhalb der Mauern befinden sich die Reste der Nekropolen. Zahlreichen Grabbeigaben wie Prunkwaffen, Schmuck, Terrakotten und Masken beherbergt heute das neu gebaute archäologische Museum von Mykene, das unterhalb des Grabungsgeländes liegt. Hier werden auch Schrifttafeln in Linear B Schrift aus dem alten Mykene gezeigt.

  • Ruinen der Ringmauer
    Ruinen der Ringmauer
  • Das Löwentor in Mykene
    Das Löwentor in Mykene

Mykene - Ort für Freunde der Antike

Für Freunde und interessierte Liebhaber der Antike ist Mykene ein ganz besonderer Ort. Außerhalb der Burganlage wurden bisher neun Kuppelgräber mit bienenkorbartiger Form entdeckt. Man nannte sie in der Frühzeit der Archäologie Schatzhäuser und der Begriff hat sich bis heute erhalten. Man gab ihnen zudem willkürlich gewählte Namen aus der Homerischen Ilias. Das bekannteste und am besten erhaltene Grab ist das Schatzhaus des Atreus, das ebenfalls um 1250 vor Christus datiert. Artreus gilt in der griechischen Mythologie als zeitweiliger Herrscher von Mykene. Später soll Atreus aus Mykene geflohen sein. Mykene beflügelt die Fantasie. Bereits um 1700 war Mykene als wichtige antike Stätte bekannt. Ein venezianischer Ingenieur ließ das Löwentor freilegen. Lord Elgin, nachdem die berühmten Elgin Marbles der Akropolis von Athen benannt sind, nahm um 1800 umfangreiche Grabungen vor. Es folgte der Troja-Entdecker Heinrich Schliemann, der ab 1876 in Mykene aktiv war. Die antike Unterstadt ist übrigens bis heute noch wenig erschlossen und es ist davon auszugehen, dass noch so mancher Schatz unter der Erdoberfläche verborgen liegt.

Weitere sehenswerte Orte

Griechenland bietet allgemein viele archäologische Highlights, sodass man problemlos die Besichtigung verschiedener Stätten miteinander verbinden kann. Neben Mykene ist beispielsweise ein Besuch von Tiryns empfehlenswert. Der gesamte Peleponnes ist von antiken Stätten bedeckt. Historisch bedeutend sind hier vor allem Olympia im Westen der Halbinsel, Korinth im östlichen Teil und Sparta im Süden der "Insel des Pelops". Delphi auf dem nahegelegenen Festland ist ebenfalls nicht weit. Man gewinnt so Einblicke in die ganz unterschiedlichen Epochen der griechischen Kultur und Geschichte, die schließlich die gesamte Menschheit prägte.

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