Nationalpark Djoudj: Naturschutz und große Artenvielfalt

Der Nationalpark Djoudj ist ein einzigartiges Refugium für bedrohte Tierarten und die grüne Lunge am Rande der größten Trockenwüste der Welt. Seine üppige Vegetation und seine belebte Unterwasserwelt bieten vor allem verschiedensten Wasser- und Watvögeln sowie räuberischen Reptilien ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Als Maßnahme gegen die durch die Landwirtschaft verursachte Austrocknung des Flussdeltas gegründet, beherbergt der Nationalpark Djoudj mittlerweile hunderte verschiedener Vogelarten und ist weltweit einer der größten Nist- und Brutplätze für Zugvögel aus Europa. Doch auch einige seltene Pflanzenarten fühlen sich in diesem Naturparadies heimisch und verleihen diesem seinen exotischen Charme.

Geografie und Geschichte des Nationalpark Djoudj

Der Nationalpark Djoudj bildet mit 160 Quadratkilometern Fläche das drittgrößte Vogelschutzreservat der Welt und gilt als international bedeutsames Feuchtgebiet. Der Park befindet sich im nördlichen Senegal, etwa 60 Kilometer nordöstlich von der Stadt Saint-Louis und damit nahe der mauretanischen Grenze. Das Landschaftsbild ist geprägt von der farbenprächtigen Wasserwildnis des Senegal Deltas, sumpfigen Zonen sowie Steh- und Fließgewässern. Kleinere Flussarme münden in größeren Lagunen und strukturieren den Nationalpark Djoudj in zahlreiche Inseln und Halbinseln, auf denen sich die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben. Das Gebiet ist überaus fruchtbar und stellt in Anbetracht der nahegelegenen Sahara eine der ersten grünen Oasen mit Süßwasservorkommen für Zugvögel und andere Tiere dar.

Der Nationalpark Djoudj wurde am 14. April 1971 aufgrund seiner zoographischen Bedeutung als eines von vier Vogelreservaten gegründet. Noch in den 1950er Jahren sorgte ein natürlicher Wasserzyklus im Senegal Delta für eine üppige Vegetation und ein großes Artenspektrum. Nach und nach fielen immer größere Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer, Staudämme und Deiche trockneten die Flussebene aus, um diese für den Ackerbau nutzbar zu machen. Hierdurch verloren nicht nur zahlreiche Tierarten ihren Lebensraum, sondern auch viele aquatische Gewächse verschwanden aus dem Landschaftsbild. Seit der Gründung des Nationalpark Djoudj wird der Wasserstand in den Überschwemmungsgebieten künstlich reguliert, wodurch sich die Bestände langsam erholen konnten.

Fliegende Pelikane
Fliegende Pelikane

Atemberaubende Tier- und Pflanzenvielfalt im Nationalpark Djoudj

Der Nationalpark Djoudj ist für seine großartige Flora und Fauna bekannt und beherbergt die größte Artenvielfalt im gesamten Senegal Gebiet. Insgesamt 17 Pflanzengemeinschaften finden sich in diesem Naturparadies am Rande der Sahara. Besonders stark prägen Akazien, Wasserfarne, Tamarisken, Rohrkolben sowie sämtliche Seerosenarten das Landschaftsbild. Eine besondere Attraktion im Nationalpark sind die üppigen Lotusvorkommen: Die kelchförmigen Blüten säumen teilweise ganze Flussarme und verwandeln die Ufer in ein Meer aus Rosa.

Zahlreiche seltene Tierarten sind in dem Feuchtgebiet beheimatet, darunter vor allem verschiedene Reptilien wie Krokodile, Boas und Wasserschildkröten. Doch auch Warzenschweine, Gazellen, Schakale und anderes Großwild hat im Nationalpark Djoudj ein Refugium gefunden. Eine besondere Seltenheit stellen die Manatis, auch bekannt als afrikanische Rundschwanzseekühe, dar. Die gefährdete Art wurde lange Zeit aufgrund ihrer ledernen Haut gejagt, die Bestände erholen sich nur langsam.

Nationalpark Djoudj - eines der größten Vogelparadiese der Welt

Ein ganz besonderes Faszinosum, das dem Nationalpark Djoudj ein weltweites Alleinstellungsmerkmal verleiht, ist die hier anzutreffende Vogelartenvielfalt, die das Herz eines jeden Hobby-Ornithologen höherschlagen lässt. Der Nationalpark Djoudj beherbergt mehr als 400 verschiedene Vogelarten und bietet Lebensraum für ungefähr 1,5 Millionen Wasser- und Watvögel, die im fruchtbaren Schlamm der Uferbereiche ein Buffet an kleinen Krebs- und Weichtieren vorfinden. Besonders häufig vertreten sind Pelikane, Störche, Kormorane, Fischadler und Flamingos; die seltenen einheimischen Tiere bevölkern dauerhaft die fischreichen Gewässer des Nationalparks und verleihen dem Landschaftsbild seine postkartenreife Exotik.

  • Vogelreservat im Nationalpark Djoudj
    Vogelreservat im Nationalpark Djoudj
  • Warzenschwein im Nationalpark Djoudj
    Warzenschwein im Nationalpark Djoudj

Wintergäste aus Europa: Millionen Zugvögel im Nationalpark Djoudj

Tatsächlich machen die heimischen Vogelarten jedoch nur einen kleinen Teil der gesamten Fauna im Nationalpark Djoudj aus. Der Park befindet sich innerhalb einer Flugroute zahlreicher europäischer Zugvögel, welche die Naturoase als Durchzug- oder Rastgebiet nutzen. Insbesondere in den Monaten Januar und Februar sorgen im Djoudj etwa drei Millionen Zugvögel für ein atemberaubendes Naturspektakel. Spieß- und Knäkenten, Uferschnepfen, Seggenrohrsänger, Kampfläufer und viele weitere Arten suchen in der Naturoase Zuflucht vor der europäischen Winterkälte und profitieren von dem üppigen Nahrungsangebot im Nationalpark. Eine Besonderheit stellt hier der seltene Purpurreiher dar. Die für ihre purpurnen Flügel bekannte seltene Reiherart leidet in Europa zunehmend unter Habitatsverlusten und abnehmenden Beständen. Eine weitere Schönheit im Nationalpark Djoudj ist der Schmalschnabellöffler, auch bekannt als Afrikanischer Löffler, der sich im Schutzgebiet zum Brüten niederlässt.

Der Nationalpark Djoudj - ein UNESCO-Weltkulturerbe

Krokodil im Nationalpark Djoudj
Krokodil im Nationalpark Djoudj

Nicht zuletzt aufgrund seiner atemberaubenden Artenvielfalt und seiner unberührten Flora wurde der Nationalpark Djoudj bereits 1977 als Ramsar-Schutzgebiet anerkannt. Die Ramsar-Konvention zeichnet Feuchtgebiete aus, welche seltenen Wasser- und Watvögeln einen geschützten Lebensraum bieten und darüber hinaus die Erhaltung der Vegetation fördern. 1981 wurde der Nationalpark Djoudj als Weltnaturerbe der UNESCO anerkannt und steht damit in einer Linie mit anderen weltbedeutenden Stätten wie dem Angkor Wat und dem deutschen Wattenmeer. Seit 2011 ist der Djoudj Nationalpark überdies Teil des Weltkulturerbes. 

Das Venedig Afrikas - Saint-Louis im Senegal

Saint-Louis befindet sich an der nordwestlichen Küste Senegals und ist die zum Nationalpark Djoudj nächstgelegene Stadt. Die 200.000 Einwohner starke Stadt grenzt an Mauretanien und gilt als kulturelles Zentrum der senegalesischen Region. Aufgrund ihrer Lage am Flussdelta spielen Fischerei und Landwirtschaft eine große Rolle im täglichen Stadtleben, zahlreiche Fisch- und Gemüsemärkte prägen das Bild.

Die Stadt selbst ist eine geografische Besonderheit - ihr Herzstück befindet sich auf einer 25 km langen Landzunge, welche durch die 515 Meter lange Brücke Pont Faidherbe mit dem Festland verbunden wird. Die sogenannte Île de Saint-Louis wurde nicht nur im Jahr 2000 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen, sondern brachte der Stadt außerdem den Spitznamen 'Venedig Afrikas' ein.

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