Die Peter-Paul-Festung: Der Grundstein der Stadt

Die imposante Peter-Paul-Festung gilt als Ursprung der Stadt St. Petersburg und bildet heute ihr historisches Zentrum. Die sternförmige Festungsanlage, die sich auf der Haseninsel inmitten der Newa befindet, wird nicht nur von den Einheimischen als beliebter Erholungsort genutzt, sondern bietet dank der verschiedenen Museen und Ausstellungen auch Besuchern ein unvergessliches Erlebnis. Vor allem die Besichtigung der Peter-und-Paul-Kathedrale, die den russischen Zaren als Grablege diente, sollte bei keinem Aufenthalt in St. Petersburg fehlen.

Die Peter-Paul-Festung im Herzen von St. Petersburg

Die hervorragend erhaltene Peter-Paul-Festung ist ein herausragendes Beispiel für die Militärarchitektur des 18. Jahrhunderts, weshalb sie zusammen mit der Innenstadt von St. Petersburg zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. An den Eckpunkten der massiven Verteidigungsmauern, die ein langgezogenes Sechseck bilden, befinden sich sechs große Bastionen, die den Fluss überblicken. Von dem flussseitigen Newa-Tor abgesehen, das früher von den Kommandanten der Peter-Paul-Festung genutzt wurde, ist die Peter-Paul-Festung nur über zwei Brücken erreichbar, die die Haseninsel mit dem nördlichen Flussufer verbinden. Der Haupteingang, der durch das als Triumphbogen gestaltete Petertor führt, liegt im Osten der Festungsanlage und führt direkt in das großzügig gestaltete Innere. Umschlossen von den bis zu 20 Meter dicken Mauern befinden sich dort neben der Peter-und-Paul-Kathedrale ein Gefängnis, das Haus des Kommandanten, der Münzhof und das Bootshaus mit dem Boot von Peter dem Großen.

  • Peter-Paul-Festung bei Nacht
    Peter-Paul-Festung bei Nacht
  • Newa-Tor an der Peter-Paul-Festung
    Newa-Tor an der Peter-Paul-Festung

Frühe Geschichte der Peter-Paul-Festung

Bevor der Zar Peter der Große im Jahr 1703 die Peter-Paul-Festung bauen lässt, war das Gelände der strategisch günstig gelegenen Haseninsel größtenteils sumpfig und unbewohnt. Da sich Russland damals im Krieg gegen Schweden befand, wurden zunächst nur Erdwälle aufgeschüttet und Befestigungen aus Holz errichtet. Diese boten einer Truppe von bis zu 20.000 Männern Schutz. Bereits 1706 beauftragte Peter der Große den bekannten Schweizer Architekten Domenico Trezzini, die Festung mithilfe von Zwangsarbeitern umzubauen und aus Stein neu zu errichten, was bis 1740 abgeschlossen war. Dabei diente die Anlage nicht nur als Kaserne, sondern beherbergte auch eines der berüchtigten Gefängnisse der damaligen Zeit. Ebenfalls von Domenico Trezzini entworfen wurde die Peter-und-Paul-Kathedrale, die zwischen 1713 und 1732 in dem damals beliebten Barockstil gebaut wurde. Hier wurden der Zar Peter der Große und seine Nachfolger sowie zahlreiche weitere Mitglieder der Familie Romanow begraben. Ihre heutige Gestalt erhielt die Peter-Paul-Festung zwischen 1770 und 1780, als die dem Fluss zugewandten Mauern mit Granit versehen wurden. Trezzini ist außerdem für das Alexander-Newski-Kloster am Newski Prospekt verantwortlich und war über viele Jahre der Hofarchitekt von Zar Peter I.

  • Peter-und-Paul-Kathedrale
    Peter-und-Paul-Kathedrale
  • Kronleuchter in der Peter-und-Paul-Kathedrale
    Kronleuchter in der Peter-und-Paul-Kathedrale

Die Grablege der russischen Zaren in der Peter-Paul-Festung

Das Herzstück der Sehenswürdigkeiten in der Peter-Paul-Festung ist die prächtig ausgeschmückte Peter-und-Paul-Kathedrale, die sich deutlich von den in Russland üblichen Zwiebelturm Kirchen unterscheidet. Sie wurde im Auftrag von Peter dem Großen bewusst nach damals modernen westeuropäischen Vorbildern gestaltet und erinnert in ihrer Baustruktur an ein Schiff und damit an die Seefahrt, der großen Leidenschaft des Zaren. Bekannt ist die Kathedrale vor allem als Begräbnisstätte der Romanow-Familie, da in ihrer Grabkapelle sowie in den Seitenkapellen fast alle Zaren aus dem Hause Romanow und deren Angehörigen bestattet wurden. Im Jahr 1998 fanden hier auch die letzten russischen Zaren eine würdige Ruhestätte. Der Innenraum der Peter-und-Paul-Kathedrale ist ebenfalls nicht im russischen Stil gehalten, sondern entspricht der einer klassischen Barockkirche. Viele der Motive beziehen sich aber auf den Nordischen Krieg, der während ihrer Bauzeit stattfand. Zahlreiche Fahnen und Kriegstrophäen schmücken die Wände. Beeindruckend ist auch der Turm der Peter-und-Paul-Kathedrale, die bis heute eines der höchsten Gebäude der Stadt ist. Nachdem der ursprünglich aus Holz bestehende Turm nach einem Blitzschlag abgebrannt war, wurde 1756 nach holländischem Vorbild ein steinerner Turmbau errichtet. Der goldene Engel an seiner Spitze ist heute das Symbol für St. Petersburg.

Die Peter-Paul-Festung nach der Oktoberrevolution

Peter-Paul-Kathedrale mit Kanone
Peter-Paul-Kathedrale mit Kanone

Obwohl die Peter-Paul-Festung wie kaum eine andere Gebäudeanlage ein Symbol für das Zarenreich ist, spielte sie während der Russischen Revolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Schon während der Februarrevolution kam es hier zu einer großangelegten Gefangenenbefreiung. Während des Aufstands im Juli 1918 schloss sich die 8.000 Mann starke Festungsbesatzung den Bolschewiki an. Nachdem das Land nach den Wirren der Oktoberrevolution langsam wieder zur Ruhe gekommen war, wurden die Peter-Paul-Festung bis auf wenige Gebäude zum nationalen Museum erklärt. Leider wurde die Festungsanlage während der Belagerung der Stadt während des Zweiten Weltkriegs teilweise stark beschädigt. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie aber wieder originalgetreu restauriert. Noch heute spielt die Peter-Paul-Festung eine wichtige Rolle im Leben der St. Petersburger, denn wie seit dem 18. Jahrhundert verkündet täglich eine abgefeuerte Kanone die Mittagsstunde. Zudem finden im Sommer auf dem Sandstrand am Fuße der Festungsanlage regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen statt, die auch für Besucher der Stadt sehr interessant sind.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Peter-Paul-Festung

Besucher, die sich für die Geschichte Russlands interessieren, sollten das historische Museum in der Peter-Paul-Festung nicht verpassen, das in dem früheren Haus des Kommandanten untergebracht ist. In dem Barockgebäude werden vielfältige Themen aus der Vergangenheit St. Petersburg anschaulich dargestellt. Besonders faszinierend ist der Panorama-Nachbau des Newski Prospekts, bei dem detaillierte Informationen zu den verschiedenen Häusern des Prachtboulevards präsentiert werden. Auch das Bootshaus bietet ungewohnte Einsichten, da hier das erste Boot besichtigt werden kann, mit dem Peter der Große die Kunst der Navigation erlernte und das deshalb als Urvater der russischen Marine gilt. Wer sich für moderne Technik interessiert, kommt in der Peter-Paul-Festung ebenfalls auf seine Kosten, denn in dem Museum für Raumfahrt und Raketentechnik lassen sich zahlreiche Trägerraketen, Raumanzüge und andere für die Raumfahrt wichtige Technologien aus nächster Nähe erleben. Für alle, die es entspannt angehen wollen, empfiehlt sich ein Spaziergang auf den mächtigen Mauern der Peter-Paul-Festung, die einen einzigartigen Ausblick auf die Newa und St. Petersburg bieten.

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