Die Insel Jersey

Das Vereinigte Königreich besteht nicht nur aus der großen Hauptinsel und Nordirland auf der irischen Insel, sondern auch aus zahlreichen kleineren Inseln, die um das englische Land drapiert sind. Dazu zählt neben der Isle of Wight und der Isle of Man auch die Insel Jersey.

Jersey Bucht Beauport Bay
Jersey Bucht Beauport Bay

Wo liegt Jersey und was macht sie besonders?

Jersey ist die größte der Kanalinseln. Sie liegt im Ärmelkanal, nur 25 km von der Küste der Normandie entfernt und hat eine Fläche von ca. 120 Quadratkilometern. Damit ist Jersey ungefähr 20 Prozent größer als Sylt. Die annähernd rechteckig Insel hat eine Ost-West Ausdehnung von 20 km und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über ungefähr 10 km. Hauptort ist Saint Helier an der Südküste, am Golf von Saint Malo gelegen. Auf Jersey leben ungefähr 100.000 Einwohner, wodurch sich eine hohe Bevölkerungsdichte von mehr als 800 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt. Jersey ist britischer Kronbesitz. Die Insel gehört nicht zur EU.

Die Geschichte von Jersey

Seymour Tower Militärturm
Seymour Tower Militärturm

Aufgrund ihrer strategischen Lage im Ärmelkanal war die Insel in der Vergangenheit oft Gegenstand militärischer Konflikte. Die Spuren der Bevölkerung Jerseys reicht 20.000 Jahre in die Vergangenheit zurück. Damals war der Meeresspiegel niedriger als heute und Jersey war ein Teil des Festlands. Aus der Steinzeit stehen noch heute Dolmen (Hügelgräber) und Menhire auf der Insel. 
In historischer Zeit gehörte die Kanalinsel lange Zeit zum englischen Herzogtum der Normandie. Als das 1204 verschwand, blieben die Kanalinseln, darunter Jersey, im Besitz der englischen Krone. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Jerseygehört nicht zu Großbritannien, sondern ist ein Besitz des britischen Königshauses. 
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kanalinsel von 1940 bis zum Kriegsende von der Wehrmacht besetzt. Die damals 30.000 Einwohner konnten zuvor nach Großbritannien evakuiert werden. Die Wehrmacht ließ auf Jersey durch sowjetische Kriegsgefangene umfangreiche Festungsanlagen errichten und machte die Insel zu einem Teilabschnitt des Atlantikwalls. Zusätzlich wurden umfangreiche Tunnelanlagen gebaut. Viele der Zwangsarbeiter kamen ums Leben. 
Von der Landung der Alliierten in der Normandie wurde Jersey nicht betroffen. Die deutschen Besatzer verblieben dort und kapitulierten erst am 9. Mai 1945. Zahlreiche Anlagen aus der Kriegszeit sind bis heute noch gut erhalten und können besichtigt werden. 
Nach dem Krieg wurde Jersey eine Steueroase und ein internationales Finanzzentrum. 

Landschaft, Flora und Fauna der Insel

Nordküste Jerseys
Nordküste Jerseys

Von allen britischen Inseln kann Jersey die meisten Sonnenscheinstunden pro Jahr verzeichnen. Das milde Klima bringt eine abwechslungsreiche Vegetation hervor. Nicht nur Ginster und Nadelbäume gedeihen dort, sondern auch Palmen, Kamelien und Drachenbäume, fast wie am Mittelmeer. Auch wilde Orchideen gedeihen dort. In einigen Tälern haben sich Reste von Mischwäldern erhalten. Der größte Teil Jerseys ist jedoch entweder bebaut oder landwirtschaftlich genutzt. Die Fauna wird durch Seevögel geprägt, darunter zahlreiche Möwenarten, Austernfischer und Papageientaucher. Überall auf der Insel leben Fasane. Der Gezeitenunterschied an den Küsten der Insel beträgt um die 12 m. Bei Ebbe fallen große Teile des Meeresbodens trocken. 

Sehenswürdigkeiten auf Jersey

Die megalithische Grabanlage La Hougue Bie
La Hougue Bie ist ein Dolmen auf der südlichen Seite der Insel, zwischen Gorey und Saint Helier. Die megalithische Grabanlage wurde 1924 ausgegraben und soll aus der Zeit zwischen 3.100 und 2.600 v. Chr. stammen. Damit gehört er zu den ältesten seiner Art in Großbritannien. Die Grabanlage liegt unter einem 14 m hohen Hügel, auf dem sich 2 Kapellen aus dem 13. und 16. Jahrhundert erheben. Vom Eingang führt ein 11 m langer Gang in die 3 m breite, 9 m lange und ca. 1,9 m hohe Grabkammer, die in Seitenkammern und ein Kopfteil unterteilt ist. 
Während des Krieges ließ die Wehrmacht auf dem Hügel einen Beobachtungsstand und einen Kommandobunker bauen. Beides kann besichtigt werden. La Hougue Bie beherbergt auch das Jersey Museum für Archäologie und Geologie. 

Leuchtturm von La Corbière 
Der Leuchtturm steht im südwestlichen Teil von Jersey auf einer vorgelagerten Insel, die bei Ebbe zu Fuß erreicht werden kann. Der Leuchtturm ist seit 1874 in Betrieb. Er wurde seinerzeit errichtet, weil die Gewässer der Gegend viele Untiefen und starke Strömungen aufweisen und zudem viel befahren sind. Schnell wurde der Leuchtturm von La Corbière mit seinem auffälligen weißen Anstrich zum Wahrzeichen von Jersey. Der Leuchtturm war seinerzeit der erste der Welt, der aus Beton erbaut wurde. Seit 1976 ist er unbesetzt und arbeitet automatisch. An dieser Stelle der Küste toben häufig Stürme, die keinen Baumwuchs aufkommen lassen. 

St Helier - die Hauptstadt von Jersey
Mit ungefähr 33.000 Einwohnern ist St. Helier die größte Stadt auf Jersey. Sie nimmt ungefähr 9 Prozent der Gesamtfläche der Insel ein. Das Stadtgebiet wird fortlaufend durch Landgewinnung aus dem Meer erweitert. Der Namen der Stadt leitet sich von einem Einsiedler ab, der im 6. Jahrhundert lebte und den Märtyrertod starb. In St. Helier gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter das Jersey Museum, das Maritime Museum, das Opernhaus und das Archiv. Sehenswert sind auch der überdachte Central Market aus viktorianischer Zeit und gleich daneben der Beresford Market. An jedem 2. Donnerstag im August wird die Jersey Battle of Flowers abgehalten. Das ist ein karnevalistisches Volksfest mit Blumenwagen, Musik, Tanz, Karussells und anderen Belustigen. Das Fest wird seit 1902 gefeiert und wurde zuerst bei der Krönung von König Edward VII und Königin Alexandra gefeiert. 

Jersey Saint Helier
Jersey Saint Helier

Mont Orgueil Castle
Die imposante Burganlage steht an der Ostküste von Jersey. Bereits in prähistorischer Zeit existierten Befestigungsanlagen an der Stelle der heutigen Burg. Die wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet und diente lange als Verteidigungsanlage der Insel, bis sie durch die Erfindung des Schießpulvers ihre strategische Bedeutung verlor. Trotzdem wurde sie über die Jahrhunderte unter anderem als Gefängnis genutzt und 1907 zum Museum gemacht. Im Zweiten Weltkrieg baute die Wehrmacht dort moderne Befestigungen und blendete sie geschickt in den historischen Komplex ein. Mont Orgueil Castle heißt auch Gorey Castle und kann in den Sommermonaten täglich besichtigt werden.
 

Von Jersey etwas weiter entfernte Sehenswürdigkeiten

Etwas westlich von Jersey liegt Guernsey, eine weitere der britischen Kanalinseln. Guernsey ist nur ungefähr halb so groß wie Jersey, hat aber mehr als 60.000 Einwohner. Auf der Insel gibt es eine ganze Reihe von historischen Bauwerken. Auch Guernsey wurde im Krieg von der Wehrmacht besetzt, die dort zahlreiche Festungsbauten errichten ließ. Viele davon sind jetzt Museen. Guernsey ist ein beliebter Stop für Kreuzfahrtschiffe. Mehr als 100 gehen dort jedes Jahr vor Anker und bringen Passagiere, die Guernsey für einen Landgang nutzen. 

The Needles (Isle of Wight), Cornwall und Oxford
Diese Ziele sind zwar etwas weiter von Jersey entfernt, lohnen aber trotzdem einen Besuch. Von Jersey aus gibt es gute Verkehrsanbindungen zum britischen Hauptland, so dass sich ein Abstecher zu diesen interessanten Zielen in relativ kurzer Zeit bewerkstelligen lässt. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte Trips dorthin einkalkulieren.

Folgende Reise besucht diese Sehenswürdigkeit:

8 Tage Standortreise

(25)
Jersey & Guernsey

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