Das Okanagan Valley in Kanada - Wein, Wasser und Wüste

Das Okanagan Valley ist eine Region in British Columbia im Süd-Westen Kanadas, gelegen in den Ausläufern der Rocky Mountains. Es erstreckt sich von Enderby bis Osoyoos über eine Länge von ca. 175 Kilometern und einer Breite bis zu 19 Kilometern. Landschaftlich wird das Okanagan Valley vor allem von den zahlreichen Seen, unter anderem dem Okanagan Lake, geprägt, die nach der letzten Eiszeit entstanden sind. Der Anbau verschiedener Obstsorten sorgte im 20. Jahrhundert für einen wirtschaftlichen Aufschwung und ist bis heute ein wichtiger Faktor der heimischen Wirtschaft. Besonders der Weinanbau nimmt eine immer größere Rolle ein. Er ist möglich aufgrund der zahlreichen Sonnentage. Das Okanagan Valley beheimatet die Okanagan Nation, einen Stamm kanadischer Ureinwohner, die als Jäger und Sammler lebten. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren die Okanagan die einzigen Bewohner des Okanagan Valley.

Die Geschichte des Okanagan Valley

Noch heute kann man Spuren der First Nations finden, die sich vor mehreren Tausend Jahren im Okanagan Valley niederließen. Die Besiedelung des Okanagan Valley durch Einwanderer begann erst im Jahr 1811. Der Okanagan Trail, eine Handelsroute, die vor allem zum Transport von Fellen genutzt wurde, führte vom Bundesstaat Washington durch das Okanagan Valley zum Thompson River und bildete die Verbindung zum Pazifik. Das frühere Oregon Country erstreckte sich über die heutige Grenze zwischen den USA und Kanada hinweg. Um eine Einigung über die Nutzung von Oregon Country zwischen Briten und Amerikanern zu erzielen, wurde 1846 der Oregon-Kompromiss geschlossen, der das Land entlang des 49. Breitengrades teilte. Dadurch kam der rege Handel auf dem Okanagan Trail zum Stillstand. 1871 wurde British Columbia Teil von Kanada und der 49. Breitengrad zur Grenze.1859 gründete Pater Charles Pandosy eine Mission der Oblaten in Kelowna, der "heimlichen Hauptstadt" des Okanagan Valley, und die Siedlungstätigkeit begann. Der große Goldrausch in Cariboo führte zur Entstehung zahlreicher Siedlungen und Raststätten im Okanagan Valley, die die Goldsucher auf dem Weg nach Norden beherbergten und zu deren Versorgung beitrugen. Durch die Entdeckung kleiner Gold- und Kupfervorkommen im Okanagan Valley selbst nahm die Bevölkerung weiter zu. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Okanagan Valley als ideale Gegend für den Obstanbau entdeckt. Später kamen der Weinbau und die Holzverarbeitung dazu und der wirtschaftliche Aufschwung im Okanagan Valley begann.

  • Weinreben
    Weinreben
  • Osoyoos Lake
    Osoyoos Lake

Okanagan Nation - Die Ureinwohner des Okanagan Valley

Die Okanagan sind eine indigene Stammesgruppe, die mehrere der First Nations Kanadas umfasst. Sie selbst bezeichnen sich als "Syilx", was in etwa mit dem Wort "Volk" übersetzt werden kann. Die Indianerstämme dieser Gegend sprechen viele verschiedene Dialekte der selben Sprachgruppe (Salish Sprachen). Das ursprüngliche Stammesgebiet umfasste etwa 69.000 km² im Süden von British Columbia sowie über 5000 km² im Bundesstaat Washington. Die Menschen im Okanagan Valley lebten dort seit etwa 3000 Jahren. Sie waren Jäger und Sammler, die sich hauptsächlich von Fisch, Wild, Insekten, Beeren und Wurzeln ernährten. Den ersten Kontakt mit Weißen hatten die Okanagan durch den Handelsweg, der entlang des Stammesgebietes im Okanagan Valley verlief. Da sie Pferde besaßen, gewannen sie Bedeutung für den Erfolg des Handels und die Zusammenarbeit mit den Weißen verlief weitgehend friedlich. Auch die Reservate, die für die Okanagan Nation geschaffen wurden, waren aufgrund ihrer Beteiligung am Handel relativ groß. Die Indianer des Okanagan Valley wandten sich mit der Zeit zunehmend der Landwirtschaft und auch der Goldgräberei als Verdienstquellen zu. Heute gibt es in Kanada noch ungefähr 5800 Okanagan. Sie werden politisch vertreten durch zwei Tribal Councils, die sich für ihre Belange bei der Regierung einsetzen. In Osoyoos und Kamloops gibt es Besucherzentren, in denen man sich näher über die Ureinwohner des Okanagan Valley informieren kann. Die Kultur der First Nations wird bis heute erhalten und in die Öffentlichkeit getragen.

  • Ausblick über Okanagan Valley
    Ausblick über Okanagan Valley
  • Lake Peachland
    Lake Peachland

Wein- und Obstanbau im Okanagan Valley

Das Okanagan Valley ist auch bekannt als das "Napa Valley" Kanadas. Im 19. Jahrhundert begann hier der Anbau von Obst auf Plantagen, der auch heute noch betrieben wird. Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und mehr gedeiht aufgrund des Klimas, ausgefeilter Bewässerungssysteme, und der nährstoffreichen Böden im Okanagan Valley prächtig. Im Frühling steht das ganze Okangan Valley in voller Blüte und bietet einen besonders zauberhaften Anblick. Das geerntete Obst wird auf den Farmen oder an Ständen, die oft direkt an Straßenrand stehen, zum Verkauf angeboten. Auch Bienen fühlen sich im Okanagan Valley wohl und produzieren reichlich Honig. Der Anbau von Wein wird jedoch zunehmend bedeutender. Immer mehr Flächen werden für Wein statt für Obst verwendet. Das Okanagan Valley ist das größte Weinbaugebiet in British Columbia. Am Besuch eines der über 120 Weingüter mit Verkostung und Bewirtung kommt deshalb kaum ein Reisender vorbei. Die beeindruckende Aussicht von den grünen Hügeln hinab auf das Tal und die Seen des Okanagan Valley rundet das kulinarische Erlebnis ab. In Führungen können Sie die einzelnen Produktionsschritte von der Traube bis zur Flasche verfolgen. Die Weine aus dem Okanagan Valley werden zwar international immer gefragter, sind in Europa bisher aber nur wenigen Menschen bekannt. Das Repertoire umfasst Eiswein sowie trockene Rot-und Weißweine. In British Kolumbia werden vor allem Chardonnay, Pinot Noir, Riesling und Merlot kultiviert.

  • Nektarinenanbau
    Nektarinenanbau
  • Weintrauben
    Weintrauben

Okanagan Valley - Überraschend anders

Wer das Okanagan Valley besucht, kann Kanada abseits der gängigen Klischees erleben. Denn es ist eine Region voller Überraschungen und Gegensätze. Während der Süden des Okanagan Valley nahe der Grenze zu Washington eine wüstenähnliche Landschaft zu bieten hat, gedeihen etwas weiter nördlich die großen Obstplantagen und Weinberge. Auf den höchsten Gipfeln der umgebenden Berge kann es ganzjährig zu Schneefällen kommen, während das Tal mit dem See zu Strandtagen und Segeltouren einlädt. Teilweise erinnert das Okanagan Valley mit seiner Schönheit an Italien. Streift man durch die ausgedehnten Weinberge, kann man sich tatsächlich wie in der Toskana fühlen. Nicht nur ums schottische Loch Ness, sondern auch um den Okanagan Lake ranken sich die Mythen der Einheimischen. Halten Sie bei einer gemütlichen Bootstour doch einmal Ausschau nach Ogopogo, dem kanadischen Pendant zu Nessie. Die Legende um das mehrere Meter lange, schlangenartige Wesen beruht auf den Erzählungen der Okanagan, die dem Wasserdämon bei Überfahrten sogar kleine Tiere geopfert haben. Ogopogo wurde mehrmals gesichtet und ist bis heute im Okanagan Valley ein sehr beliebtes Motiv.

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