Tyros - Phönizierstadt und Mittelmeermetropole

Von der phönizischen Stadt Tyros berichtete man einst, es sei eine Inselstadt von unbeschreiblicher Schönheit gewesen. Ihre weit verzweigten Kolonien, die Glasindustrie, die Purpurfärberei und der Seehandel machten die Hafenstadt zu einer wohlhabenden Metropole. Der Glanz und Reichtum erweckte immer wieder Begehrlichkeiten und Neid, die große Eroberer wie Alexander den Großen anzog. Heute zählt die libanesische Stadt, die rund siebzig Kilometer südlich von Beirut entfernt liegt, etwa 120.000 Einwohner, versprüht aber immer noch den Charme vergangener Tage. Das antike Erbe der Stadt kann an zahlreichen Ausgrabungen bestaunt werden.

Entstehung des alten Tyros

Die Geschichte  von Tyros beginnt im zweiten Jahrtausend vor Christus. Bis zum 12. Jahrhundert vor Christus stieg die Stadt zu einer bedeutenden Handelsstadt auf. Intensiver Handel wurde vor allem man mit den antiken Ägyptern betrieben. Alsbald gehörte Tyros einem dicht vernetzten Handelsnetz an, das sich über das gesamte Mittelmeer sowie die Meerenge von Gibraltar hinaus spannte. So berichten uns heute Funde, die auf der kanarischen Insel Lanzarote gemacht werden konnten, von den Handelsverbindungen der libanesischen Küstenstadt. Seine politische Eigenständigkeit verlor Tyros im Assyrischen Reich. Wirtschaftlich, besonders zur See, blieb die Stadt ein bedeutender Faktor.

  • Necropolis
    Necropolis
  • Al Bass
    Al Bass

Tyros im Zeitalter des Hellenismus

Noch heute zeugen zahlreiche Schätze von den Verbindungen der Stadt mit dem antiken Griechenland. Diese waren ab dem 8. Jahrhundert als zunehmende Konkurrenz zur See in Erscheinung getreten. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhundert versuchte der Stadtkönig Azemilkos zwischen den Hellenen unter Alexander dem Großen und den Persern eine neutrale Position einzunehmen, wurde aber in der Folge vom Makedonen und seinen Heerscharen über Monate hinweg belagert. Erst eine List Alexanders machte es im Herbst 332 möglich, die Stadt einzunehmen. In der Folge wurde Tyros weiter ausgebaut und stieg zum wichtigsten makedonischen Hafen entlang der levantinischen Küste auf. Das hellenistische Erbe der Stadt hat sich bis in die Gegenwart gehalten. In den letzten Jahren durchgeführte Grabungen brachten hunderte von griechischen Inschriften ans Tageslicht, die teilweise sehr gut erhalten sind und erst mit der muslimischen Eroberung Tyros im 8. Jahrhundert nach Christus endeten.

Tyros in der Römerzeit

Auch die Römer hinterließen zahlreiche Bauwerke, die heute noch besichtigt werden können. Die Stadt gilt auch als Geburtsort des berühmten Juristen Domitius Ulpianus. Tyros gehört für lange Zeit zum oströmischen Reich. Die Stadt war zu der Zeit so bedeutend, dass sie sogar Erwähnung im Neuen Testament fand. Unter byzantinischer Herrschaft wurde Tyros Sitz eines Erzbischofs, der zugleich das Primat aller Bischöfe in Phönizien innehatte.

Besondere Sehenswürdigkeiten von Tyros

Nekropole und Hippodrom
Heute können in Tyros vor allem Ruinen aus der Römerzeit bestaunt werden. So können Reste eines gigantischen Hippodroms sowie Nekropole vor der Stadt besucht werden. Die Nekropole wurde 1962 freigelegt und förderte hunderte verzierter Steine sowie Marmorsarkophage aus römischer und byzantinischer Zeit ans Tageslicht. Dabei konnten auch die Fundamente einer byzantinische Kirche freigelegt werden. Die Nekropale selbst überspannt eine ehemals römische Straße, die entlang eines Viadukts, das die Stadt mit Wasser versorgte, in die antike Stadt führte.
Das gigantische Hippodrom findet sich südlich der Stadt und wurde 1967 freigelegt. Die rund 480 Meter lange Anlage bot etwa 20.000 Zuschauern Platz. 

Phönizischer Friedhof
Ein sehr bedeutender Fund stellt die Freilegung eines phönizischen Friedhofs aus dem 1. Jahrtausend nach Christus dar, der bei geheimen Ausgrabungen entdeckt und der einzige seiner Art in Libanon ist. 

 

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