Warschau - Polens kulturelles Erbe

Inmitten Masowiens liegt eine der größten, bedeutendste und schönsten Städten Europas: Warschau. Die Stadt teilt sich in achtzehn Bezirke und bietet über 1,7 Millionen Menschen eine Heimat zu beiden Ufern der Weichsel. Besonders hervorzuheben ist der Stadtteil Sródmiescie, der die Innenstadt mit Altstadt umfasst und damit eines der UNESCO Weltkulturerbe in Warschau. Die zahlreichen Universitäten der Stadt und ihre wirtschaftlich hohe Bedeutung für Polen und ganz Osteuropa ziehen Menschen jeder Altersgruppe und Nationalität in die Stadt. So bieten auch die Menschen dieselbe kulturelle Vielfalt wie die Stadt selbst. Dank seiner herausragenden Stellung als Verkehrs- und Wirtschaftsmittelpunkt des Landes verfügt Warschau über eine hervorragende Anbindung an die Autobahn und den Schienenverkehr. Nur etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt der Chopin-Flughafen, der größte und wichtigste in Polen.

Die Geschichte Warschaus

Das Stadtbild Warschaus gibt auch heute noch einen guten Einblick in die bewegte, teilweise tragische und ebenso faszinierende Vergangenheit der Stadt. Erstmals erwähnt wurde Warschau bereits im Jahr 1282. An Bedeutung gewann die Stadt jedoch erst 1596 Dank des damaligen Königs Sigismund III., der sie zur Hauptstadt machte. Der Wasa-Dynastie hat Warschau nicht nur seine neue Stellung als Hauptstadt zu verdanken, sondern auch zahlreiche, teilweise heute noch erhaltenen, Baudenkmäler wie die Sigismundsäule. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Warschau beinah vollständig zerstört, aber schon im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. Verantwortlich hierfür zeichnete sich August der Starke, der, wie Sigismund gut einhundert Jahre vor ihm, die Kunst und Kultur förderte. So wurde Warschau erneut zum Anziehungspunkt für künstlicherische Talente. Einen weiteren Meilenstein der Geschichte Warschaus markiert der 3. März 1791. An diesem Tag trat die erste Verfassung des Landes in Kraft. Ein bedeutungsvoller Tag nicht nur für Polen, sondern für ganz Europa. Diese Niederschrift darf als die erste und damals modernste Europas bezeichnet werden. Der erhoffte Effekt, nämlich der Aufteilung unter Österreich, Preußen und Russland zu entgehen, blieb aus. 1795 'verschwand' Polen für sage und schreibe 123 Jahre von der europäischen Landkarte und fiel unter preußische und russische Vorherrschaft. Erst nach dem ersten Weltkrieg gab es wieder ein eigenständiges Polen, mit Warschau als neuerliche Hauptstadt. Die folgenden Jahre wurden durch politische und wirtschaftliche Stabilität dominiert, die mit dem Einmarsch der deutschen Armee ein Ende fand. Warschau beugte sich der Besatzung nicht ohne Kampf. 1943 kam es zu einem Aufstand im Warschauer Ghetto, das in der Folge vollsändig zerstört wurde. 1944 erhob sich ein Teil der Bevölkerung und leistete den deutschen Besatzern 63 Tage lang Widerstand, ehe sie besiegt wurden. Was folgte war eine menschliche und kulturelle Katastrophe. Fast 200.000 Menschen bezahlten mit ihrem Leben, Warschau wurde systematisch zerstört. Nicht geschichtsträchtige Bauten, auch Museen, öffentliche Gebäude und Kirchen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Stadt erneut aufgebaut, die kulturellen und historischen Verluste sind jedoch nicht messbar. Umso mehr erstaunt und fansziniert das heutige Warschau.

  • Häuserfronten in der Warschauer Altstadt
    Häuserfronten in der Warschauer Altstadt
  • Vorplatz des Warschauer Königsschlosses
    Vorplatz des Warschauer Königsschlosses

Sehenswürdigkeiten in Warschau/Altstadt

Im Jahr 1980 wurde Altstadt von Warschau als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. Eine angemessene Auszeichnung für ein kulturelles Meisterwerk. Während des Aufstands 1944 niedergebrannt, wurde die Altstadt von 1949 bis 1955 originalgetreu wieder aufgebaut. Glanzstück der Altstadt in Warschau ist sicherlich der als Dreieck angelegte Schlossplatz, dessen Mittelpunkt die Sigismundsäule bildet. Auf der Ostseite wird der Platz von der Schlossfassade begrenzt, im Norden durch die Häuserfront der restlichen Altstadt. Unterhalb des Schlossplatzes befindet sich der 'Palast unter dem Blechdach', Namensgeber war hier natürlich das Material des Daches. Zweiter Mittelpunkt der Altstadt ist der Marktplatz, dessen Mitte durch eine Skulptur der Flussjungfrau Syrenka markiert wird. Seit dem Mittelalter stand hier das Rathaus, das jedoch im frühen 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Besonders sehenswert sind hier die teilweise noch erhaltenen, gotischen Fundamente der Patrizierhäuser, die neben teilweise noch erhaltenen Handwerkshäusern, den Marktplatz der Altstadt umgeben. Von hier aus verlaufen zwei Seitenstraßen, über die man praktisch jeden Fleck in Warschau erreichen kann. Das Königsschloss gilt als besonders sehenswertes kulturelles Erbe in Warschau. Gelegen in der Altstadt wurde es bereits 1939 durch deutsche Luftangriffe weitgehend zerstört. Nach dem Aufstand1944 fiel das, was von dem Königsschloss noch übrig war, wie weite Teile von Warschau, einer planmäßigen Sprengung auf Befehl Himmlers zum Opfer. Davon ließ sich die Bevölkerung von Warschau nicht beeindrucken. Die Menschen wollten ihr Königsschloss zurück und zeigten das durch eine beeindruckende Geste: Der Wiederaufbau, der 17 Jahre dauerte, fußte auf der Einnahme von Spendengeldern. Der Lohn ist, neben dem wieder errichteten Königsschloss, die Aufnahme desselben, wie die Altstadt, in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe. Neben dem Thronsaal, dem Ballsaal und der Gemädegalerie im Königsschloss sollten sich Besucher unbedingt Zeit nehmen für die Schlosskapelle. Diese birgt ein ganz besonderes Kleinod für jeden Polen: Eine Kapsel, in der sich das Herz des polnischen Freiheitskämpfers Tadeusz Kosciuszko befindet.

  • Vorplatz des Warschauer Königsschlosses
    Vorplatz des Warschauer Königsschlosses
  • Der Wilanow Palast in Warschau
    Der Wilanow Palast in Warschau

Weitere Sehenswürdigkeiten

Wer Warschau besucht, sollte es nicht wieder verlassen, ohne den Wilanow Palast gesehen zuhaben. In den Jahren 1677 bis 1679 im Stil des Barocks erbaut, gilt er zurecht als 'polnisches Versailles'. Der Wilanow Palast liegt im gleichnamigen Stadtteil Warschaus, am südlichen Ende des sogenannten 'Königswegs', der am Königsschloss beginnt. Das Innere des Wilanow Palast vereint drei verschiedene Stilrichtungen: Barock, Rokoko und Klassizismus. Unter anderem können heute die Bibliothek, die privaten Gemächer des Königs, in denen noch die Originalmöbel vorhanden sind, und das Große Esszimmer besichtigt werden. Ebenso sehenswert ist das im Wilanow Palast gelegene Patocki Museum im Etruskersaal. Hier erwarten die Besucher antike Skulpturen aus Potockis' Sammlung und zahlreiche Gemäde. Besonders hervorzuheben ist die weltweit größte Sammlung barocker Sargportraits. An den Wilanow Palast schließt sich ein weitläufiger Park an, der im 17. Jahrhundert nach französischem Vorbild im barocken Stil angelegt wurde. Auch hier drängt sich erneut der Vergleich mit Versailles auf. Die Orangerie, auf deren Gelände eine Ausstellung der Bildhauerkunst besucht werden kann, sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Neben dem Königsschloss und dem Wilanow Palast hat Warschau noch zahllose weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Besonders die - wie durch ein Wunder von der Zerstörung im zweiten Weltkrieg verschonten - Friedhöfe sollen hier erwähnt werden. Hier finden sich beeindruckende Denkmäler längst vergangener Zeiten in Form von Grabsteinen, die zum Teil noch aus dem 18. Jahrhundert original erhalten sind. Wer Erholung und Ruhe sucht, dem sei neben dem Park neben dem Wilanow Palast ganz besonders der Lazienki-Park ans Herz gelegt, dem mit 80 Hektar größten Park in Warschau. Er liegt in Sródmiescie, im südlichen Teil des Warschauer Königsweges, der vom Königsschloss zum Wilanow Palast führt. Auch dieser Park fand seinen Ursprung im 17. Jahrhundert und zeigt daher deutliche, barocke Merkmale. Eines der vielen Schmuckstücke des Parks ist der Belvedere-Palst, der in den Jahren 1817 bis 1830 dem Bruder des Zaren als Privatpalast und später bis ins Jahr 1994 dem polnischen Staatsoberhaupt als Amtssitz in Warschau diente. Geschichtlich interessieren sei ein Besuch im Museum des Warschauer Aufstands ans Herz gelegt, das die Geschichte dieser dramatischen Zeit dokumentiert. Lange verhinderten die politischen Umstände ein solches Museum, das schon in den 60er Jahren geplant wurde, aber erst am 31.7.2004, dem 60. Jahrestag des Ausbruchs des Aufstands, eröffnet werden konnte. Abschließend bleibt zu sagen, dass Warschau mehrzu bieten hat als eine lange Geschichte. Mit der Altstadt und dem Königsschloss gleich zwei UNESCO Weltkulturerbe, den Wilanow Palast, zahllose Denkmäler, historische Bauten, Museen, Universitäten, Parks und vor allem überzeugt Warschau durch den Charme des östlichen Europas, was die Stadt in Zukunft sicherlich weiter in den Blickpunkt des Interesses rücken dürfte.

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