Skansen in Stockholm - das erste Freilichtmuseum der Welt

In Stockholm wurde im Jahre 1891 das erste Freilichtmuseum der Welt namens Skansen gegründet. Skansen liegt im Westteil der Halbinsel Djurgården. Das Freilichtmuseum sollte eigentlich lediglich als ein Anhang des Nordischen Museum erbaut werden, doch es eröffnete am 11. Oktober 1891 als weltweit erstes Freilichtmuseum seiner Art. Geschaffen wurde es von Artur Hazelius, der als ein schwedischer Ethnograph und Philologe bekannt wurde und zuvor bereits das Nordische Museum gegründet hat.

Skansen - Eine Reise in die Vergangenheit von Schweden

Im Stockholmer Skansen können die Besucher insgesamt fünf Jahrhunderte Schwedens durchwandern. Dabei werden die regionalen Unterschiede ebenso berücksichtigt wie die zeitlichen. Sichtbar wird dies an den kulturgeschichtlichen Bauernhöfen und Häusern ebenso wie an den Menschen, die im Skansen in zeittypischen Kleidern ihre Arbeiten verrichten. Das Gelände des Freilichtmuseum Skansen misst insgesamt über 300.000 qm und darauf befinden sich über 150 Gebäude, die aus ganz Schweden stammen, dort abgebaut wurden und auf Skansen wieder errichtet wurden. Dadurch wird es den Gästen ermöglicht, eine Reise durch die Vergangenheit zu unternehmen. Nicht durch einen Film oder ein Buch, sondern direkt live vor Ort und in Echtzeit. So werden beispielsweise auch die Feiertage im Freilichtmuseum Skansen so gefeiert, wie die Schweden sie früher gefeiert haben. Auf traditionelle Art und Weise und mit Tanz, Gesang und Freudenschreien wird auch der schwedische Höhepunkt des Sommers gefeiert: der Sommersonnenstand. Doch auch andere bekannte Feiertage wie Lucia, Weihnachten, Neujahr, Walpurgis und Mittsommer werden im Skansen fröhlich gefeiert. Die Gäste können außerdem in Skansen den einzigen Tierpark Stockholms besuchen. Dort treffen sie auf typisch nordeuropäische Tiere wie den Luchs, den Wolf und den Bär. Während der Sommermonate lohnt sich ein Besuch besonders, denn dann gibt es ausführliche Führungen auf Englisch. Interessant auch für Kinder, denn der Streichelzoo macht sie mit verschiedenen lustigen und unbekannten Tieren bekannt. Drei gemütliche Restaurants sorgen außerdem für die nötige Verpflegung während den Aufenthalt und die hinreißende Aussicht über Stockholm lädt direkt zum längeren Verweilen ein. Der Shop im Freilichtmuseum Skansen bietet nebenbei traditionelles Kunsthandwerk zum Kauf an. Skansen ist zwar das erste Freilichtmuseum der Welt aber mittlerweile nicht mehr das einzige in Schweden. Einen eher regionalen Fokus legt das Freilichtmuseum Torekällbergets in Södertälje an den Tag, ebenso wie das Kulturen Freilichtmuseum in Lund und das Jamtli Freilichtmuseum in Östersund.

  • Das Skansen Freilichtmuseum
    Das Skansen Freilichtmuseum
  • Traditionelle Windmühle im Skansen Freilichtmuseum
    Traditionelle Windmühle im Skansen Freilichtmuseum

Ausgestellte Exponate im Freilichtmuseum Skansen

Das Freilichtmuseum Skansen wurde geplant und erbaut, um die nationalromantischen Strömungen zu befriedigen. In Zeiten der Industrialisierung sahen sich die Schweden in ihrer Volkskultur bedroht und wollten daher sich und der Nachwelt ein Freilichtmuseum erschaffen. Die Idee war nicht, Gebäude nachzubauen oder gar völlig neue Gebäude in einem nur ähnlichen Stil zu erschaffen, sondern real existierende Häuser an diesen Ort umzusiedeln. So wurden im Laufe der Jahre zahlreiche typische Bauten und authentische Objekte nach Skansen gebracht. Ebenfalls natürlich deren Ausstattung, Möbel, Einrichtung, Werkzeuge und Geräte. Da sehr viele Gebäude der skandinavischen Holzarchitektur entsprungen sind, war das Versetzen ganzer Gebäude weniger problematisch. Allerdings wurden auch Stein- und Backstein-Häuser komplett nach Skansen übersiedelt. Doch das Freilichtmuseum Skansen wäre nur halb so interessant, wenn dort lediglich eine Geisterstadt stehen würde. Um Skansen lebendig zu machen, beschloss man zahlreiche Aktivitäten im Museum stattfinden zu lassen. So gibt es beispielsweise eine Schreinerei, eine Glasmanufaktur und eine Metallwerkstatt. In allen Betrieben wird mit den Methoden vergangener Jahrhunderte tatsächlich gearbeitet, so dass die Besucher einen Eindruck davon bekommen. Die vor Ort direkt gefeierten Feste geben Skansen noch den letzten Feinschliff in Sachen Authentizität. Skansen ist aber nicht nur mit Menschen besiedelt worde, sondern auch mit wilden und zahmen Tieren. So wurde der Lagerplatz beispielsweise mit einem Rentiergehege versehen. Insgesamt befinden sich heute ca. 300 Tiere in Skansen, die vorwiegend in Skandinavien Zuhause sind.

  • Moosbewachsene Häuser im Skansen Freilichtmuseum
    Moosbewachsene Häuser im Skansen Freilichtmuseum
  • Typisches Haus aus dem 19. Jahrhundert in Skansen
    Typisches Haus aus dem 19. Jahrhundert in Skansen

Die Bauernhöfe, Häuser und die Geschichten der Menschen in Skansen

Nach Skansen wurden ungefähr 150 Gebäude überführt, die im ganzen Land abgebaut und in Skansen wieder errichtet wurden. Sie entstammen den unterschiedlichsten sozialen Umgebungen, wobei die meisten Häuser aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert stammen. Dies schließt sowohl Bauernhöfe aus verschiedenen Regionen und Zeiten mit ein, wie auch gewöhnliche Bürgerhäuser und ein Handwerksviertel. Schulen, Kirchen und Hütten von ärmeren Bewohnern dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen. Für Realismus sorgt die umgebende Flora, die für die jeweilige Region auch tatsächlich typisch eingerichtet wurde. Durch die verschiedenen Milieus wird den Gästen des Freilichtmuseum Skansen bewusst, wie die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ihr Leben verbracht haben. Die in den Gebäuden befindlichen Menschen sind außerdem in traditioneller Tracht gekleidet und erzählen von ihrem Leben und ihrer Arbeit in der damaligen Zeit. Im Dezember wird zum Weihnachtsfest sogar der Tisch entsprechend gedeckt und die Häuser werden geschmückt. In der Seglora-Kirche, die im Jahre 1729 erbaut wurde und 1916 nach Skansen überführt worden war, ist die beliebteste Hochzeitskirche Schwedens. Hier im Freilichtmuseum Skansen geben sich viele Stockholmer das Ja-Wort. Außerdem finden hier auch Konfirmationen und Taufen statt. Auch nach Skansen gebracht wurde der Herrenhof Skogaholm, welcher als anschauliches Beispiel für den gustavianischen Stil dient. Darin wohnte früher die Adelsfamilie. In ihm befinden sich Gästezimmer, eine Bibliothek und die Flügel mit Küche. Zudem ist er umgeben von einem heute noch bewirtschafteten zeittypischen Kräutergarten und einem französischen und englischen Park.

  • Rentier im Skansen Freilichtmuseum
    Rentier im Skansen Freilichtmuseum
  • Windmühle im Skansen Freilichtmuseum
    Windmühle im Skansen Freilichtmuseum

Der einzige Tierpark Stockholms ist in Skansen

In einer realistisch dargestellten Welt dürfen natürlich nicht nur Gebäude und Menschen vorkommen, sondern auch die entsprechenden Tiere. So war von Anfang an das Ziel klar formuliert worden, dass in Skansen auch ein Tierpark entstehen soll. Dort sehen sich heute die skandinavischen Arten repräsentiert. Dazu sind unter anderem zu zählen: Luchs, Wolf, Braunbär, Elch, Vielfraß, Uhu, Bartkauz, Wildschwein, Rotfuchs, Wisent, Otter und Robbe. Außerdem sind auch alle Tiere zu sehen, die früher auf einem typischen schwedischen Bauernhof gelebt haben. Dazu zählen Blommerhühner, Gänse, Enten, Linderödschweine, Pferde, Hühner, Ziegen, Schafe, Kühe und Schweine. Auch exotische Tiere können im Aquarium von Skansen besichtigt werden. Hier findet man Krokodile, Fledermäuse, Spinnen, Zwergaffen, Wanderratten, Papageien, Paviane, Lemuren und viele weitere interessante Tierarten. Besonders spannend ist jedoch der Braunbär, der als das größte Raubtier Schwedens gilt und bis zu 350 kg auf die Waage bringen kann. Trotzdem ernährt er sich vor allem von Pflanzen und Beeren. Seinen Winterschlaf hält er bis zum Frühling. Dann lebt er bei Skansen im Björnberget zusammen mit einer Gruppe Rotfüchse. Die Bärin bekommt sogar alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs.

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