Wie aus einem Bildband: Das Tal Glen Coe in Schottland

Das malerische Glen Coe, dass sich zwischen schroffe Berge schmiegt, zählt mit Sicherheit zu den landschaftlich reizvollsten Regionen der schottischen Highlands. Umringt von hohen Gipfeln mit klangvollen keltischen Namen breitet sich im Glen Coe die einzigartige Fauna der Hochlandmoore aus, durch die sich zahlreiche kleine Bäche und der River Coe schlängeln. Bekannt ist das jedoch für eines der dramatischsten Ereignisse in der bewegten Geschichte Schottlands, das bei Besuchern bis heute für Schaudern sorgt und dem nahezu unberührt wirkenden Tal einen melancholischen Charme verleiht.

Glen Coe in den Schottischen Highlands
Glen Coe in den Schottischen Highlands

Glen Coe: ein Tal mit Geschichte

Das heutige Glen Coe ist der Überrest eines uralten Supervulkans, an den heute nur noch das harte vulkanische Gestein erinnert. Wie die übrigen Highlands wurde das Tal während der letzten Eiszeit von Gletschern überformt, die eine karge, kaum für Landwirtschaft geeignete Landschaft zurückließen. Während vieler Jahrhunderte war das Glen Coe die Heimat des Clan MacDonald, der während des ersten Jakobiten-Aufstands im 17. Jahrhundert die Seite des abgesetzten Stuart-Königs ergriff. Nach dem Ende der Kämpfe zogen unter der Führung des rivalisierenden Clans Campbell Regierungstruppen in das Tal ein, wo diese zunächst gastfreundlich aufgenommen und bewirtet wurden. Unter einem Vorwand wurden schließlich frühmorgens ein Großteil der Mitglieder des Clans MacDonald im Schlaf ermordet, was später unter dem Massaker von Glen Coe bekannt wurde. Das Glen Coe trägt seitdem den Beinamen "Tal der Tränen“, und bis heute gedenken die Mitglieder des Clan MacDonald alljährlich am Jahrestag des Verbrechens der Opfer.

  • Three Sisters in Glen Coe
    Three Sisters in Glen Coe
  • Schneebedeckte Berge in Glen Coe
    Schneebedeckte Berge in Glen Coe

Sehenswürdigkeiten im Glen Coe

Auf Reisende, die sich für die Geschichte der Region interessieren, wartet in dem Dörfchen Glencoe im Westen des gleichnamigen Tals ein gut ausgestattetes Besucher-Zentrum, das nicht nur umfangreiche Informationen bereithält, sondern auch für seine umweltfreundliche Gestaltung ausgezeichnet wurde. Nach dem Besuch der Ausstellung sollte auch ein Abstecher zu der Aussichtsplattform der Anlage nicht fehlen. Von dort aus bietet sich ein grandioser Ausblick über das geschichtsträchtige Tal und die umliegende Gebirgslandschaft. Nicht weit entfernt davon befindet sich das Denkmal, das an das Massaker von Glen Coe erinnert. Bei einem Rundweg durch ein nahegelegenes Wäldchen können zudem Ruinen von Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert erkundet und mit etwas Glück Füchse, Rehe und andere Wildtiere beobachtet werden. Auch das Dorf Glencoe selbst ist mit seinen weiß getünchten und teilweise noch reetgedeckten Häusern einen Besuch wert. Hier ist auch das berühmte Clachaig Inn zu finden, das aus dem 16. Jahrhundert stammt und an dessen Tür ein Schild „Hausierern und Campbells“ den Eintritt verbietet. Fans von Harry Potter werden den Ort sofort wiedererkennen, da hier Teile des Films "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" gedreht wurden.

Glen Coe: mehr als nur eine Filmkulisse

Glen Coe - Tal der Tränen
Glen Coe - Tal der Tränen

Die wildromantische Landschaft des Glen Coe diente auch in zahlreichen weiteren Filmen als dramatischer Hintergrund. Dazu zählen Historienfilme wie "Braveheart" und "Rob Roy", aber auch der Fantasy-Klassiker "Highlander" und der James-Bond-Kultfilm "Skyfall". Doch die herbe Schönheit des Glen Coe kann nicht nur in Filmen bewundert werden. Dank eines hervorragend ausgebauten Wegenetzes können Naturfreunde das Tal und seine nähere Umgebung auch wandernd erkunden. Besonders sehenswert sind die zahlreichen kleineren und größeren Wasserfälle und die Three Sisters, die Teil des bis zu 1150 Meter hohen Bergmassivs Bidean nam Bian sind. Ambitionierte Wanderer zieht es zur Devil's Staircase, einem felsigen Bergkamm, der seinen Namen dem schwierigen Terrain verdankt. Mit dem Ben Nevis befindet sich zudem der höchste Berg der britischen Inseln in unmittelbarer Nähe des Glen Coe. Er erreicht eine Höhe von 1345 Metern und ist ein beliebtes Ziel für Bergsteiger aus der ganzen Welt. Darüber hinaus führt der West Highland Way, der bekannteste Fernwanderweg Großbritanniens, durch das Glen Coe. Er verbindet die am Loch Linnhe gelegene Kleinstadt Fort William mit Glasgow und führt durch die schönsten und abwechslungsreichsten Gebiete der schottischen Highlands.

Ausflugsmöglichkeiten rund um das Glen Coe

Da das Tal trotz seiner nahezu unberührten Landschaft hervorragend an das Straßennetz angebunden ist, eignet sich ein Aufenthalt im Glen Coe auch für weitere Erkundungstouren durch die schottischen Highlands. Bei einem Abstecher zum berühmten Loch Ness können Reisenden sich von der spektakulären Berglandschaft beeindrucken lassen und dabei in eine Welt aus Mythen und Märchen eintauchen. Wer sich für die Geschichte Schottlands interessiert, sollte zudem das unweit von Inverness gelegene Schlachtfeld Culloden besuchen, wo im 18. Jahrhundert die jakobitischen Kämpfer unter Bonnie Prince Charlie von den englischen Truppen vernichtend geschlagen wurden. Ein unvergessliches Erlebnis ganz eigener Art sind auch die Highland Games, die jedes Jahr in Inverness stattfinden und bei denen sich starke Männer im Kilt im Baumstammwerfen und anderen urtümlichen Sportarten messen. Sehr viel ruhiger und gelassener geht es dagegen am Loch Lomond zu, der südöstlich vom Glen Coe liegt. Der malerische See, der durch ein ihm gewidmetes Lied auf der ganzen Welt bekannt ist, war bereits im 19. Jahrhundert ein beliebtes Urlaubsziel. Wie auf der Insel Jersey, in den alten englischen Seebädern, bei The Needles auf der Insel Wight und in der ehrwürdigen Universitätsstadt Oxford ist auch am Loch Lomond noch immer ein Hauch des viktorianischen Zeitalters zu spüren. Gleichzeitig finden hier Urlauber ebenso wie am Loch Neven in direkter Nachbarschaft des Glen Coe hervorragende Möglichkeiten, den Aufenthalt mit Angeln und Wassersport ebenso abwechslungsreich wie erholsam zu gestalten.

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