Die Wicklow Mountains in Irland

Die uralten Gebirgsformationen der Wicklow Mountains in Irland sind charakteristische Vertreter der kaledonischen Orogenese, wie sie im gesamten skandinavischen Raum zu finden ist. Von Wind und vor allem von Wasser in allen Variationen geprägt, verzaubern die Wicklow Mountains jeden mit einer Fülle an natürlichen Seen, kleinen Wasserläufen und gigantischen Stauseen. Die farbenfrohe Pracht der Heide betört jeden Besucher, der die kleinen, versteckten Schönheiten der Natur auf ausgedehnten Wanderungen in den sanften Hügeln zu entdecken vermag. Doch auch Ornithologen kommen in den Wicklow Mountains auf ihre Kosten, denn die durch den Nationalpark geschützten Biotope bieten einen wertvollen Lebensraum. Auch kulturelle Zentren und historische Gegebenheiten, wie der irische Goldrausch, komplettieren die Farbpalette der Sehenswürdigkeiten in den Wicklow Mountains.

 

Geografie und Geologie der Wicklow Mountains

Die Wicklow Mountains liegen an der Ostküste Irlands und verlaufen vertikal, von Norden nach Süden, gegen die Küste laufend. Südlich von Dublin gelegen, erstrecken sich die Wicklow Mountains über zwei Grafschaften, dem Namensgeber Wicklow und im Süden der Grafschaft Wexford. Der namensgleiche Nationalpark schützt auf rund 200 km² die einzigartige Natur des durch Plattentektonik und Gletscher entstandenen Gebirgszuges. In der kaledonischen Orogenese, einer paläozoischen Gebirgsbildung, die vor ca. 500 Millionen Jahren begann, türmten sich die in ganz Irland, Großbritannien und Skandinavien formgebenden Rumpfgebirge auf. In den Wicklow Mountains in Irland bestehen sie neben Sandstein vor allem aus Schiefer und natürlich Granit. Trotz der Härte der Gesteine haben die eiszeitlichen Gletscher die Gebirge glatt geschliffen und zahlreiche, sanfte Senken gebildet, in denen sich über die Jahrhunderte das Moor auftürmte. Dank der starken Erosion sind die insgesamt zehn nennenswerten Berge alle nicht hoch, geschweige denn steil. Schroffe Felsklippen und scharfkantige Abhänge suchen Wanderer vergeblich, denn die Berge in den Wicklow Mountains sind überwiegend durch eine Plateauspitze charakterisiert. Der höchste Berg Lugnaquilla ist nur 925 Meter hoch, gefolgt vom Mullaghcleevaun (849 Meter) und dem Tonelagee (817 Meter).

  • Landschaft in den Wicklow Mountains
    Landschaft in den Wicklow Mountains
  • Wicklow Mountains Panorama
    Wicklow Mountains Panorama

Die Wicklow Mountains - eine urzeitliche Flora und Fauna

Ursprünglich waren die Wicklow Mountains vor allem von Eichen- und den für Moore so typischen Birkenwäldern bedeckt. Doch der Mensch nutzte diese auf Irland so raren Holzquellen und rodete die Wälder schon vor Jahrhunderten ab. Heute werden sie vor allem rund um Glendalough wieder aufgeforstet, sodass die Wicklow Mountains in naher Zukunft wohl in ihrer ursprünglichen Erscheinung verzaubern werden. Doch vor allem die Bergspitzen der Wicklow Mountains waren seit jeher unbewaldet, da der scharfe Meereswind den Bäumen das Überleben erschwert. Moore haben sich stattdessen mit ihren typischen Bewohnern angesiedelt. Neben dem Wollgras und dem winzigen und leicht zu übersehenden Sonnentau wird der Wanderer von Heidekraut, Stechginster, Farnen und verschiedenen Gräsern begleitet. Vor allem im Sommer locken die süßen Heidelbeeren und die prachtvollen, vom Heidekraut gefärbten Ebenen. Doch auch Verwandte der Orchideen sind zu entdecken. Insgesamt sind in den verschiedenen Biotopen der Wicklow Mountains mehr als 800 Pflanzenarten vertreten. Neben dem überall vorkommenden, scheuen Großwild sind die Wicklow Mountains vor allem ein Vogelparadies und locken alljährlich zum Vogelzug Ornithologen aus aller Welt. Das milde Klima Irlands und die hohe Nahrungsdichte in den Wicklow Mountains machen diese zu einem Eldorado für Zugvögel aus der Antarktis und Skandinavien.

Kulturelles und Natur liegen in den Wicklow Mountains beieinander

Neben den Bergen und der überall blühenden Heide sind die Wicklow Mountains vor allem durch Wasser geprägt. Zahlreiche Bäche und Flüsse wie der Slaney, Vartry und Liffey haben in den Wicklow Mountains ihre Quellen und schlängeln sich durch die abwechslungsreiche Landschaft. Sie bilden nicht nur die höchsten Wasserfälle im eher flachen Irland, sondern speisen auch zahllose kleine und große Seen. Darunter auch den Vartry, welcher mit seiner Trinkwasserqualität ganz Dublin versorgt. Doch nicht nur die Naturschauspiele der Wicklow Mountains sind in Irland unvergleichlich. Auch das kulturelle Zentrum in Glendalough überwältigt mit seiner Imposanz. Vom Lower - sowie dem Upper - Lake umrandet sind hier die Ruinen einer alten Klosteranlage zu bestaunen. Die Powerscourt Gardens, ein riesiger botanischer Garten, der von Ruinen und prunkvollen Burgtürmen ergänzt wird, spiegelt im äußersten Norden der Wicklow Mountains die lange Tradition der Botanik in Irland wider. Interessierte der neueren Geschichte sind im Herrenhaus Russborough House, welches im späten 18. Jahrhundert errichtet wurde, genau richtig. Der palladianische Stil ist selten in solcher Pracht erhalten geblieben und so beherbergt das Herrenhaus in den Wicklow Mountains eine umfängliche Sammlung historischer Relikte.

  • Wicklow Mountains
    Wicklow Mountains
  • Wicklow Mountains Panorama
    Wicklow Mountains Panorama

Die goldenen Wicklow Mountains - der irische Goldrausch

Auch in den Wicklow Mountains gab es wie an so vielen Orten auf der Welt einen Goldrausch. Im Jahre 1795 wurden in dem heute als Gold Mine River bekannten Aughatinavought der erste Klumpen Gold von einem Schuldirektor gefunden. In den ländlich geprägten Wicklow Mountains blieben Neuigkeiten nicht lange geheim und so folgte schon sechs Monate später ein regelrechter Goldrausch in den Bergen. Neben dem gesamten Flusslauf stellte sich vor allem das "Red Hole" an der Brücke nach Ballinagore mitten in den Wicklow Mountains als wortwörtliche Goldgrube heraus. Hier wurden nicht nur innerhalb kürzester Zeit 80 kg Gold und in nur fünf Jahren ganze 300 kg des Edelmetalls geschürft, auch der Wicklow Nugget, der größte Goldklumpen, der in Britannien je gefunden wurde, entstammt dem "Red Hole" in den Wicklow Mountains. Der legendäre Fund wog ganze 682 Gramm und ist als Replik noch heute im Naturhistorischen Museum London ausgestellt. Der Nugget selbst fiel dem gierigen Finder zum Opfer und wurde der Legende nach für George III. zu einer Tabakdose eingeschmolzen. Doch gingen die Goldfunde in den Wicklow Mountains schnell zurück, sodass bereits 1801 die Mine aufgrund der geringen Rentabilität geschlossen wurde. Heute können Besucher ihr Glück im Fluss versuchen und kleine Goldflitter von geringem Wert finden.

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