Erfurt ist die Hauptstadt des Freistaats Thüringen und mit mehr als 210.000 Einwohner zugleich die größte Stadt des Bundeslandes. Sie liegt am Südrand des Thüringer Beckens ziemlich zentral im Bundesland. Benachbarte Städte sind Weimar und Gotha. Bis zur nächsten Großstadt, Leipzig, sind es ca. 120 km in nordöstlicher Richtung.

Aus der Geschichte Erfurts

Luther Denkmal Erfurt
Luther Denkmal Erfurt

Wann genau Erfurt gegründet wurde, ist nicht genau bekannt. Erste Siedlungsspuren wurden aus der Altsteinzeit entdeckt. Zum ersten Mal wurde Erfurt in der Mitte des 8. Jahrhunderts erwähnt. Schon damals war es ein bedeutender Handelsplatz. St. Bonifazius, der Apostel der Franken, gründete damals das Bistum Erfurt, vereinigte es jedoch später mit dem Erzbistum Mainz, worauf auch das Erfurter Stadtwappen, ein silbernes Rad mit 6 Speichen auf rotem Grund, hindeutet.
Im Mittelalter gehörte Erfurt gemeinsam mit Köln, Nürnberg und Magdeburg zu den wirtschaftlich bedeutendsten Städten. Bis heute ist es (nach Leipzig) die bedeutendste Messestadt im östlichen Teil Deutschlands.
Die Erfurter Universität wurde 1392 eröffnet, 1816 geschlossen und 1994 neu eröffnet. Dank des Gründungsprivilegs von 1379 wird sie von vielen als älteste Universität Deutschlands betrachtet. Ihr bekanntester Student war Martin Luther.
Über die Jahrhunderte behielt Erfurt seine große wirtschaftliche Bedeutung. Heute ist sie als Landeshauptstadt ein wichtiges Verwaltungs- und Industriezentrum. Darüber hinaus spielt auch der Gartenbau eine bedeutende Rolle. Erfurt trägt nicht zufällig den Beinamen "Blumenstadt". 

Erfurt und seine Umgebung

Das Stadtgebiet ist hügelig und wird von mehreren Flussarmen der Gera (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt) durchzogen. Am Südrand erhebt sich der Steigerwald mit einem Höhenunterschied von mehr als 150 m zum Stadtzentrum. Die Erfurter Innenstadt ist kompakt und dicht besiedelt. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten wurde Erfurt im Zweiten Weltkrieg nur wenig zerstört, so dass es eine Vielzahl von historischen Sehenswürdigkeiten zu bewundern gibt. Durch die dichte Bebauung gibt es im Zentrum jedoch nur wenige Grünflächen und Parks. Die befinden sich in den Außenbezirken der Stadt. Dazu gehört der egapark, ein Garten- und Freizeitpark im Südwesten der Stadt mit einer Fläche von 36 Hektar. 

  • Egapark Erfurt
    Egapark Erfurt
  • Alte Gebäude an einem Kanal Erfurt
    Alte Gebäude an einem Kanal Erfurt

Die Wahrzeichen Erfurts

Wer sich für mittelalterliche Kultur und Kunst interessiert, kommt in Erfurt voll auf seine Kosten. Der Erfurter Dom bildet zusammen mit der benachbarten Severikirche das Wahrzeichen der Stadt. Der Dom steht auf einem Hügel am Domplatz und blickt seit mehr als 1.200 Jahren auf die Stadt hinunter. Hörenswert ist die Glocke "Gloriosa" im Erfurter Dom, die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Sie wurde 1497 gegossen und hat ein Gewicht von mehr als 11 Tonnen. Bis heute ist die Gloriosa für ihren herrlichen, vollen Klang bekannt. 
Ein anderes Wahrzeichen Erfurts ist die Krämerbrücke. Mit ungefähr 120 m Länge ist sie die längste, beidseitig bebaute Brücke Europas. Die Anfänge der Krämerbrücke gehen bis auf das Jahr 1325 zurück, als eine erste Steinbrücke über den Fluss Gera errichtet wurde. Schon damals errichteten Krämer Holzbuden auf beide Seiten der Brücke. Nach einem Stadtbrand 1472 wurde die Brücke verbreitert und bebaut. Ursprünglich standen 62 Häuser auf der Krämerbrücke, die heute zu 32 zusammengefasst wurden. Bis heute befindet sich in den Häusern kleine Läden im Erdgeschoss.

  • Krämerbrücke Erfurt
    Krämerbrücke Erfurt

Weitere Sehenswürdigkeiten in Erfurt

An sehenswerten Bauten und Orten herrscht in der Landeshauptstadt wahrlich kein Mangel.
Zu den bekanntesten gehört die Alte Synagoge Erfurt. Deren ältesten Teile stammen aus dem 11. Jahrhundert. Damit ist sie die älteste erhaltene Synagoge Europas. Nach einem Progrom im Jahr 1349 geriet sie jahrhundertelang in Vergessenheit und wurde als Lagerhalle zweckentfremdet. Erst in den neunziger Jahren wurde sie wiederentdeckt, restauriert und in ein Museum verwandelt. Dort ist unter anderem der "Schatz von Erfurt" ausgestellt, ein Silberschatz, der 1998 bei Bauarbeiten entdeckt wurde und vermutlich während des Progroms vergraben wurde. Zusammen mit dem mittelalterlichen jüdischen Friedhof und der Mikwe (Bad für rituelle Waschungen) ist das mittelalterliche jüdische Erbe von Erfurt Kandidat für das UNESCO Weltkulturerbe. 

Direkt neben dem Domplatz erhebt sich der Petersberg, auf dem sich die Zitadelle Petersberg befindet. Der Bau wurde 1665 begonnen. Die Zitadelle wurde als Zwingburg der Mainzer Erzbischöfe gegen die rebellischen Erfurter Bürger errichtet und war von herausragender strategischer Bedeutung. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde sie militärisch genutzt. Von der Festung hat man einen wunderschönen Blick über Erfurt, insbesondere über die Altstadt. Die Zitadelle Petersberg ist die einzige, beinahe vollständig erhaltene Stadtfestung Europas. 

Ebenso sehenswert ist das Augustinerkloster Erfurt, dessen Bau gegen Ende des 13. Jahrhunderts begann. Martin Luther war dort von 1506-1511 Mönch. Nur wenige Jahrzehnte später wurde das Kloster evangelisch und später säkularisiert. Nach der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und restauriert, dient es heute als Tagungsstätte und steht unter Denkmalschutz. 

Der egapark, im Südwesten von Erfurt, vereint gleich mehrere Sehenswürdigkeiten auf seinem Gelände. Dort liegt auf dem 265 m hohen Cyriaksberg die Zitadelle Cyriaksburg. Die Festung selbst ist eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit. In ihren Mauern befindet sich das Gartenbaumuseum Erfurt. Auf einem der Festungstürme gewährt eine Aussichtsplattform einen Rundblick über Erfurt. Rund um die Cyriaksburg erstreckt sich der 36 Hektar große egapark (Erfurter Gartenbauausstellung), ein Freizeitpark mit Ausstellungshallen, dem mit 6.000 Quadratmetern größten Blumenbeet Europas, einer Sternwarte und dem größten Kinderspielplatz Europas. 

  • Synagoge Erfurt
    Synagoge Erfurt
  • Petersberg Zitadelle Erfurt
    Petersberg Zitadelle Erfurt

Ausflüge in die Umgebung Erfurts

Nur etwas mehr als 20 km von Erfurt entfernt liegt die Klassikstadt Weimar, die Wirkungsstätte der bekanntesten deutschen Dichter Goethe und Schiller. Obwohl Weimar weniger als 100.000 Einwohner hat, beherbergt sie gleich 2 Stätten des UNESCO Weltkulturerbes: das klassische Weimar mit 11 Stätten aus der Zeit der Aufklärung und die Stätten des Architekturstiles Bauhaus, der 1919 in Weimar gegründet wurde. Oberhalb Weimars, auf dem Ettersberg, lohnt sich ein Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald, das von 1937 bis 1945 eines der größten deutschen Konzentrationslager war und nach dem Krieg bis 1950 von den sowjetischen Besatzern weiter genutzt wurde. 
Auch bekannt ist die Wartburg in Eisenach, etwa 70 km von Erfurt entfernt. Dort arbeitete Martin Luther an seiner Bibelübersetzung. 

Wartburg bei Erfurt
Wartburg bei Erfurt

Die kulinarischen Spezialitäten Erfurts

Wer in Erfurt weilt, muss unbedingt die Thüringer Rostbratwurst, kurz Roster genannt, probieren. Sie wird an zahlreichen Imbissbuden in ganz Erfurt verkauft und ist ein "Take Away Food", lange bevor es den Begriff überhaupt gab. Ebenso lecker sind Thüringer Klöße mit Rotkohl und Rouladen in einer sämigen Soße. 

Sehenswertes Erfurt

Erfurt ist eine wunderschöne Stadt, die an Vielseitigkeit kaum zu übertreffen ist. Auf Schritt und Tritt kann man in der Stadt das Mittelalter erleben. Kunst- und Kulturfreunde werden sich in Erfurt sehr wohl fühlen, ebenso Liebhaber einer guten Küche. Erfurt ist fast zu Schade für einen Kurztrip über das Wochenende. Wer viel sehen, erleben und mitnehmen möchte, sollte längere Zeit in der Stadt weilen.

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