Gozo – Wandern, Natur und Kultur

Nur sechs Kilometer von der Hauptinsel Malta entfernt befindet sich ein weiteres und wesentlich weniger bekanntes Paradies im Mittelmeer. Gozo bietet Kultur und Geschichte, beispielsweise in Form vom uralten Ggantija-Tempel, wunderschöne Buchten und Panoramablicke über wilde Felsen und das weite Meer. Doch auch die reizvollen Wanderwege sind eine Besonderheit von Gozo und warten nur darauf, erforscht zu werden. Erkunden Sie die vielseitige Insel mit ihrer wechselvollen Geschichte, die Hauptstadt der Insel und verpassen Sie auf keinen Fall die uralten Tempelanlagen. Vor allem für Landschaftsfreunde und Geschichtsinteressierte hat die ursprüngliche Insel im Mittelmeer viel zu bieten und wartet nur auf eine Erkundung der zahlreichen Höhepunkte.

Gozo - Die kleine Schwester Maltas

Gozo bildet zusammen mit der Hauptinsel Malta und dem kleineren Camino die bewohnten Inseln der Republik Malta. Größentechnisch ist Gozo mit etwa 67 Quadratmetern Fläche die zweitgrößte Insel des Malta Archipels. Sie beherbergt über 31.000 Einwohner und ist seit langem Ziel zahlreicher Reisender aus verschiedenen Ländern. Der maltesische Eigenname Ghawdex deutet auf die arabische Herkunft der Landessprache hin: Beim Maltesischen handelt es sich um die einzige Sprache der arabisch-semitischen Sprachgruppe, die in Lateinischer Schrift geschrieben wird. Verbringt man einige Tage auf der Insel, fällt weiterhin der italienische Einfluss in Wort und Schrift auf. Auch die maltesische Küche ist italienisch geprägt. Schließlich soll es sich bei den Einwohnern Maltas und Gozos hauptsächlich um die Nachfahren sizilianischer Migranten handeln.

Gozo vom Meer aus
Gozo vom Meer aus

Die Entwicklung der kleinen Insel

Gozo blickt auf eine lange Geschichte zurück, da hier schon 5000 Jahre v. Chr. Menschen lebten. Die heute so berühmte Ggantija-Tempelanlage stammt aus der Mitte des 4. Jahrtausends – vor Christus! Unter den Phöniziern, Griechen und Römern änderte Gozo mehrfach den Namen, sonst ist eher weniger erwähnenswertes in diesen Jahren passiert. Der heutige Name Gozo wird seit dem 14. Jahrhundert offiziell verwendet. Eine Tragödie erfolgte aber im Jahre 1551 auf Gozo. In diesem Jahr überfielen die damals regen Ottomanen die Mittelmeerinsel und entführten alle noch arbeitsfähigen Bewohner. Diese wurden als Sklaven in Libyen verkauft, ein Ereignis, welches zu einer starken Zunahme der Befestigungsanlagen unter dem Malteserorden führte. Denn Gozo war für den Malteserschwamm vor der Küste bekannt, welchen der Orden abbaute und an die Adeligen in Europa verkaufte. Die blutstillende Wirkung der Pflanze konnte zwar nie bewiesen werden, doch da Gozo als Einnahmequelle eine Rolle spielte, schützte der Malteserorden die Insel nach dem verhängnisvollen Überfall wesentlich stärker.

Gozo strebte immer nach Autonomie und begehrte gegen die Herrschaft durch die Franzosen auf. Denn der Malteserorden ergab sich kampflos den Truppen von Napoleon, eine Tat, die auf wenig Begeisterung stieß. Auch die englische Besatzungszeit behagte den Einwohnern der Insel nicht wirklich, auch wenn in dieser Zeit die Tempelanlage ausgegraben wurde. Heute ist Gozo in einem gewissen Maße autonom, da die Insel zusammen mit der kleinen Nachbarinsel Comino einen eigenen Verwaltungsbezirk bildet.

Gozo: Von allen Seiten Mittelmeer

Gozo ist als Insel von allen Seiten vom Mittelmeer umgeben, was aufgrund der kleinen Fläche, eine hohe Wahrscheinlichkeit garantiert, einen Meerblick zu erhaschen. Gozo befindet sich auf dem 36. Breitengrad und zeichnet sich somit durch ein subtropisches, trockenes Klima aus. Gozo wirkt grüner als seine große, südöstlich gelegene Schwester, weswegen sie den Beinamen 'grüne Insel' erhielt. Im Vergleich zu kontinental geprägten Wäldern wirkt Gozo dennoch eher karg und zerklüftet. Das immer wieder aufblitzende Grün der mediterranen Pflanzen, zusammen mit dem tiefen Blau der Meeresbuchten, bietet aber auf jeden Fall Erholung für die Augen. Die geographischen Umstände prägen die vielfältige Flora und Fauna Gozos.

Vor allem verschiedene Eidechsen-Arten fühlen sich in den Felsenlandschaften wohl. Die Pflanzenwelt setzt sich aus zahlreichen endemischen und vor allem nicht-endemischen Arten zusammen: Von England bis über den afrikanischen Kontinent wurden Pflanzen angesiedelt und nahmen Gozo als neue Heimat an.

  • Blaue Grotte
    Blaue Grotte
  • Landschaft in Gozo
    Landschaft in Gozo

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Gozo

Gozo ist als Insel ursprünglicher und weniger bekannt als die große Nachbarinsel und hat vor allem landschaftlich sehr viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Außerdem sollten die malerischen kleinen Dörfer genauso wie der berühmte Ggantija-Tempel unbedingt bei einem Aufenthalt auf Gozo besichtigt werden. Hervorzuheben sind auch die Wandermöglichkeiten der Insel, gerade an der Südküste führen wunderschöne Wege direkt an der Küste entlang und verzaubern durch besondere Panoramablicke. In Kombination mit den langen Sonnenstunden und dem milden, aber nie zu heißen Klima ist Gozo bisher ein regelrechter Geheimtipp für alle, die gerne am Meer inmitten außergewöhnlicher Landschaften wandern.

Der Ggantija-Tempel

Seit 1980 gehört der uralte und faszinierende Ggantija-Tempel zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ein Besuch der Tempelanlage mit einem Alter von fast 6.000 Jahren versetzt Sie in die Vergangenheit von Gozo und ist ein absoluter Höhepunkt jedes Besuches der Insel. Noch heute sind die Überreste der Ggantija-Tempel gut sichtbar und sehenswert, da diese Ihnen viel über die frühe Besiedlung der Insel verraten. Um die Tempelanlage ranken sich interessante Legenden, die vor Ort viel weniger unglaubwürdig erscheinen. Einer Legende zufolge erbaute eine Riesin die Tempel in nur einer Nacht und hielt dabei die gesamte Zeit ihr kleines Baby im Arm. Machen Sie sich vor Ort mit dem Ort der Legenden vertraut und entdecken Sie die uralten Tempel auf Gozo, welche zu den ältesten der Welt gehören.

  • Ggantija Tempel
    Ggantija Tempel
  • Ggantija Tempel
    Ggantija Tempel

Gozo: Von blauen Grotten und blauen Fenstern

2017 prägte Gozo mit einer traurigen Nachricht die Medien: Das sogenannte blaue Fenster Gozos, ein natürliches, aus Felsen entstandenes Tor zum Meer, war eingestürzt und unwiederbringlich verloren. Ein Einsturz kam statischen Berechnungen zufolge nicht unerwartet, schockierte aber dennoch Gozo und seine Gäste. Das blaue Fenster kann nunmehr lediglich auf Fotografien und Filmaufnahmen bewundert werden, andere Sehenswürdigkeiten in der Natur sind aber weiterhin live erlebbar. Dazu gehören etwa der große Inlandsee - ein uraltes, vom Meer gespeistes Seebecken, die anliegende Felseninsel Fungus Rock, und die Salzpfannen am Meer. Für kulturell Interessierte bietet sich Gozos Hauptstadt Victoria, die auch Rabat genannt wird, für einen Besuch oder längeren Aufenthalt an.

In der Umgebung lockt natürlich Malta mit der Hauptstadt Valletta und der ehemaligen Hauptstadt Mdina, sowie, um ein Naturdenkmal zu nennen, - die blaue Grotte. Letztere ist eine Höhle, welche nur über das Meer erreicht werden kann und sich durch tiefblaues Wasser auszeichnet. Die Färbung entsteht durch Blaualgen, welche durch das glasklare Wasser durchscheinen und es in einem tiefen Farbton strahlen lassen.

Die vielseitige Hauptstadt Viktoria

Mit einer Einwohnerzahl von knapp 7.000 Menschen ist die Inselhauptstadt vielleicht nicht besonders groß, dafür birgt die Stadt eine Vielzahl von beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Ein Stadtrundgang durch Viktoria auf Gozo ist daher unbedingt empfehlenswert. Sehenswert sind vor allem die alte Zitadelle und die kunstvolle Kathedrale Santa Marija. Ein Gang über die noch heute erhaltenen Stadtmauern offenbart viele Ausblicke auf die Umgebung und die vielen kleinen Plätze versprühen in Kombination mit den Klöstern und Kirchen einen besonderen Charme. Die kleine Hauptstadt von Gozo ist reich an historisch bedeutsamen Gebäuden und versetzt Sie durch die vorhandenen Gebäude in vergangene Zeiten.

Die Xlendi-Bucht

Ganz im Süden von Gozo liegt die Xlendi Bucht, welche nicht nur wunderschöne Panoramablicke ermöglicht, sondern sich auch zum Baden und Entspannen anbietet. Wenn Sie ein wenig Erholung oder eine besonders schöne, zum Baden geeignete Bucht suchen, dann ist die Xlendi Bucht auf Gozo sehr gut geeignet.

  • Xlendi Bucht
    Xlendi Bucht
  • Xlendi Bucht
    Xlendi Bucht

Eine Bootsfahrt zur „Blue Lagoon“

Zwar nicht direkt auf Gozo gelegen, doch auch nicht weit entfernt ist die berühmte Blaue Lagune. Allein die Bootsfahrt offenbart herrliche Eindrücke der wildromantischen Inseln, doch die zwischen den Inseln Comino und Cominotto gelegene Bucht stellt einen absoluten Höhepunkt dar. Die romantische Kulisse mit den Felsen und dem türkisblauen Wasser eignet sich nicht nur zum Baden und Entspannen, sondern war auch schon mehrfach der Schauplatz von Filmen. Daher lohnt sich eine Bootsfahrt von Gozo zur Blauen Lagune in jedem Fall – hier sollten Sie die Kamera nicht vergessen.

Von Architektur bis Zabaglione

Gozo hat auch architektonisch einiges zu bieten - insbesondere, wenn archäologisches Interesse besteht. 23 Megalith-Anlagen befinden sich auf Malta, davon etwa die Hälfte auf Gozo. Besonders beeindruckend sind die steinernen Tempel. Auch die Architektur der letzten Jahrhunderte ist bemerkenswert. Sie ist von der Lage der Insel und ihrem Verteidigungs-Bestreben geprägt. Durch von den Johannitern errichteten Wehranlagen, versuchte sich die Bevölkerung vor fremden Angreifern zu schützen.  Die aus dem Mittelalter stammende Zitadelle von Victoria wurde zum Symbol für Schutz und Zuflucht. Bis heute gibt es in der Umgebung nur wenige Wohnhäuser. Anhand der kunstvollen Sakralbauten wird die Bedeutung der Kirche für die Republik Malta sichtbar. Überall fällt einem die Fusion orientalischer und europäischer Baukunst ins Auge.

Auch kulinarisch überzeugt Malta mit einer vielseitig geprägten Nationalküche. Während mit Datteln gefülltes Gebäck und Erbsen-Minz-Pies auf ein arabisches, beziehungsweise britisch-arabisches Erbe hindeuten, handelt es sich bei Cannoli und Pasta um sizilianisch geprägte Gerichte. Darüber hinaus wird sehr gerne Kaninchen gegessen und es gibt eine große Auswahl an cremigen Gemüsesuppen.

Der Legende nach ist Gozo, als Insel Ogygia, die Heimat der Nymphe Calypso, welche Odysseus betörte und so in ihrer Höhle gefangen hielt. Dieselbe kann heute unter dem Namen Calypso-Höhle oder Calypso-Grotte besichtigt werden. Durch den Einfluss phönizischer, arabischer, sizilianischer, osmanischer und britischer Einwanderer wurde Gozo zu einem Schmelztiegel im Mittelmeer, der geschafft hat, eine eigene Identität entstehen zu lassen. Sämtliche kulturellen Bereiche wurden durch die Geschichte geprägt und bilden nun eine einzigartige Insel.

Blaue Lagune auf Gozo
Blaue Lagune auf Gozo

Gozo: Kulturelle Vielfalt auf kleiner Fläche

Verglichen mit Malta wirkt Gozo eher ländlich und naturgeprägt. Von den 31.000 Inselbewohnern leben fast 7.000 in der Hauptstadt Victoria/Rabat. Dies führt zu einer punktuellen Ansammlung städtischen Lebens, während der Rest der Insel eher beschaulich bleibt. Dennoch gibt es immer genug zu erleben. Gozo ist nicht etwa abgeschnitten, sondern lebt vom intensiven Verkehr zwischen seinen Nachbarinseln, allen voran Malta. Alle 45 Minuten gibt es zum Beispiel Fährverbindungen von Malta nach Gozo und zurück. Außerdem gibt es ein Wasserflugzeug und Ideen für einen weiteren Ausbau von Verbindungen. Wer auf Gozo Auto fahren will, sollte sich an den Linksverkehr gewöhnen, - ein britisches Erbe, das sich auch durch die häufige Nutzung von Englisch, und dessen Status als Amtssprache, zeigt. Eine Vielzahl an Sprachschulen auf Malta bzw. Gozo treibt jährlich viele Schüler für Sprachaufenthalte auf den Archipel. Der Sinn ist, seine Sprachfähigkeit bei einem warmen Urlaubsaufenthalt aufzufrischen und eine andere Kultur zu erleben. Sich nur auf die englische Seite zu beschränken, würde der maltesischen Kultur aber nicht gerecht werden. Gerade auf Gozo treffen diverse Einflüsse verschiedener Kulturen auf einer vergleichsweise kleinen Fläche zusammen und bilden eine neue Einheit. Die Einwohner Maltas und Gozos sind stolz auf ihre Identität, die das Erbe Europas und Vorderasiens aufleben lässt. Für Besucher entstehen dann unerwartete Situationen, wie etwa ein katholischer Gottesdienst, in welchem Allah gepriesen wird; in diesem Fall einfach der landessprachliche Begriff für Gott.

Warmes Mittelmeerklima mit viel Sonne

Die Sonnenwahrscheinlichkeit ist in den Monaten zwischen März und Oktober auf der zweitgrößten Insel des maltesischen Archipels besonders groß. Hinzu kommen angenehm milde, dabei aber eigentlich nie zu heiße Temperaturen mit höchstens 30 Grad in den Sommermonaten. Die Winter auf Gozo sind sehr mild, nur sehr selten fallen die Temperaturen unter 10 Grad, allerdings kommt es zu häufigeren Regenfällen. Vielleicht ist Gozo nicht ganz so grün wie andere Inseln in Europa, doch die ursprüngliche Insel mit den herrlichen Panoramablicken ist gerade zwischen März und Oktober ein wunderschönes Reiseziel mit sehr großer Sonnengarantie.

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